Kirjahaku
Etsi kirjoja tekijän nimen, kirjan nimen tai ISBN:n perusteella.
10 kirjaa tekijältä Albrecht Beutel
Die Frage nach Luthers Sprachverständnis zielt auf ein ungewöhnlich komplexes Problem. In vielfältiger Weise überlagern sich darin theologische, literarhistorische und sprachgeschichtliche Aspekte. Hinzu kommt, daß sich die Frage bei Luther weder in thematischer noch in zeitlicher Hinsicht sinnvoll begrenzen läßt: sie betrifft nicht ein Kapitel, sondern ein Strukturmoment seiner Theologie. Albrecht Beutels Untersuchung ist von zwei Kernpunkten bestimmt: Zum einen dient Luthers Predigt über den Johannes-Prolog aus der Wartburgpostille (1522) als Schlüsseltext. In dieser Predigt werden alle wesentlichen Aspekte seines Sprachverständnisses behandelt. Der Text wird in einer intensiven und im Vergleich mit der exegetischen Tradition profilierten Kommentierung erschlossen. Zum anderen sind in die Kommentierung immer wieder Darstellungen zu den wichtigsten Sachfragen eingefügt - etwa dem 'Sprechen Gottes', dem 'Sprechen des Menschen', 'Luthers Schriftverständnis', 'Theorie und Praxis von Luthers Dolmetschung'. So werden die Umrisse einer von Luther zwar nicht im Zusammenhang dargestellten, aber bei ihm doch insgeheim vorhandenen Sprachlehre herausgearbeitet."Das Werk bietet eine sehr umfassende Dokumentation von Luthers Äußerungen zu Wort und Sprache. Damit ist es zugleich eine hervorragende Einführung in das Gesamt seiner Theologie."Peter Knauer in Theologie und Philosophie 4 (1993), S. 596"Vom Standpunkt der Lutherinterpretation aus kann man nur urteilen: Es ist ein sehr gelungenes Buch."Hartmut Hövelmann in Luther / Zeitschrift der Luther-Gesellschaft 1 (1992), S. 43
Unter den Lebensgestalten christlicher Religion neigt der Protestantismus seit jeher in besonderer Weise zur reflektierten Wahrnehmung seiner selbst. Das macht die Theologie, also die wissenschaftlich verfahrende Rechenschaft über den Glauben, zu einem exponierten Merkmal protestantischer Religion und die Theologiegeschichte demgemäß zu einem Kernbereich protestantischer Kirchengeschichte. Andererseits sind gerade auch die kontingenten Reflexe, die der Protestantismus in den Konkretionen des Lebens hervorgerufen hat, von veritabler kirchengeschichtlicher Relevanz. Dieser Band enthält dreizehn Beiträge Albrecht Beutels zur Geschichte des Protestantismus. In chronologischer Ordnung untersucht er kirchen- und theologiegeschichtliche Konstellationen von der Reformation über das Konfessionelle Zeitalter bis in das auch den Pietismus einschließende Zeitalter der Aufklärung. Die Beiträge stellen exemplarische Erkundungen der Entstehungsmatrix des modernen Protestantismus dar und wären als solche auch sachgemäß rezipiert.
Gerhard Ebeling (1912-2001) hat die deutschsprachige evangelische Theologie nach 1945 maßgeblich gestaltet. Als führender Lutherforscher, Hermeneutiker, Dogmatiker und Fundamentaltheologe, dazu als einflußreicher Wissenschaftsorganisator prägte er über Jahrzehnte hinweg die Konturen und Konstellationen theologischer Sachreflexion. Frühe Impulse, die er namentlich von Dietrich Bonhoeffer und Rudolf Bultmann empfing, vermochte er in seiner eigenen, weit ausstrahlenden Lehr- und Forschungstätigkeit durch kritisch aneignende Transformation fruchtbar zu machen. Das vorliegende Lebensbild schöpft aus einem reichhaltigen, zu erheblichen Teilen in Privatarchiven verwahrten Quellenmaterial. Dadurch kann es erstmals auch die geistige Verwurzelung Ebelings in der Bekennenden Kirche und die lebenslangen Prägungen, die ihm daraus erwachsen sind, tiefenscharf rekonstruieren. Durchgehend wird der engen Verflechtung von Biographie und Theologie, die für Ebeling in überraschender Intensität wichtig geworden ist, Beachtung geschenkt. Insgesamt entsteht dabei das theologische Charakterbild eines Menschen, der auf Kollegen, Schüler und Weggefährten, auf Kirche, Theologie und Gesellschaft bedeutenden Einfluß ausübte und dem es dank hoher Begabung und Selbstdisziplin auf besondere Weise vergönnt war, Leben in Werk zu verwandeln. Am Leitfaden einer außergewöhnlichen Biographie erschließen sich nicht nur Zusammenhänge der jüngsten Theologie- und Zeitgeschichte, sondern zugleich auch elementare Voraussetzungen, von denen die evangelische Theologie und Kirche der Gegenwart zehren.
Der Versuch, sich der eigenen konfessionellen Identität zu vergewissern, indiziert eine krisenhafte Gefährdung dieser Identität. Er vollzieht sich stets als Antwort auf eine konkrete geschichtliche Verunsicherung oder Provokation. Allerdings wird dabei oft übersehen, dass auch solche Antwort geschichtlich bedingt ist und sich darum, indem sie die konfessionelle Identitätsgeschichte fortschreibt, sogleich ihrerseits historisiert. Die Geschichte der protestantischen Identitätsvergewisserung ist in vielfältigen Spuren leibhaftig geblieben. Diese Spuren zu sichern, sie also nicht nur archivalisch zu registrieren, sondern zugleich historisch zu lesen und kritisch zu deuten, bezeichnet eine Kernaufgabe evangelischer Kirchen- und Theologiegeschichte. Albrecht Beutel verbindet vierzehn seiner Studien zur Identitätsgeschichte des Protestantismus, die teils als Längs- oder Querschnitte, teils als Fallstudien exemplarische Spurensicherung vornehmen.
Johann Joachim Spalding (1714-1804) war ein Meister der deutschen Aufklärungstheologie. Die unprätentiöse intellektuelle Redlichkeit, in welcher er religiöse Tages- und Grundfragen beantwortet hat, dazu die einnehmende Überzeugungskraft, die ihm eigen war, und die gewinnende Aura seiner Erscheinung konnten im Klima einer sich radikalisierenden Religionskritik das Christentum lebens- und liebenswert machen. Albrecht Beutel erläutert, wie Spalding mit seinem kirchlichen Wirken, zumal als ranghöchster Repräsentant des preußischen Luthertums, dazu mit seinen weit verbreiteten religionstheologischen Schriften und begehrten Predigten nicht allein die Praxis und Theorie der Frömmigkeit seiner Zeit prägte, sondern zugleich elementare Voraussetzungen schuf, von denen die evangelische Kirche und Theologie bis in die Gegenwart zehren. In Spaldings Leben und Wirken gewann die Aufklärungstheologie exemplarische Anschaulichkeit.Die Elastizität seiner zeitgemäßen Traditionstreue, das modernitätsträchtige Potential der von ihm vollzogenen theologischen Theoriebildung und nicht zuletzt auch die klare Schönheit seiner Sprache verschafften Spalding allseits Respekt und Verehrung. Goethe pries seinen "guten und reinen Stil", Fichte verdankte ihm die erste Anregung zu philosophischer Spekulation, Schelling lobte ihn in den höchsten Tönen, Schleiermacher erfreute sich an ihm "immer fast bis zum Entzücken" und Kant bündelte den vielstimmigen Zuspruch der Gelehrtenrepublik in das lakonische Urteil: "Spalding ist allen vorzuziehen".
Erich Klapproth (1912-1943) zählte zu den begabtesten Nachwuchstheologen der Bekennenden Kirche. Seinen pastoralen Dienst versah er mit hingebungsvollem, weit ausstrahlendem Engagement. Daneben verfasste er qualitätvolle christliche Jugendprosa und geistliche Lyrik. Wegen seines mutigen politischen Widerstands wurde er mehrfach inhaftiert.Etliche seiner Weggefährten, darunter Otto Dibelius, Gerhard Ebeling und Albrecht Schönherr, rückten nach dem Zweiten Weltkrieg in führende akademische oder kirchliche Positionen ein. Anders als die Genannten hat Klapproth die Schrecken des "Dritten Reiches" jedoch nicht überlebt. Deshalb fiel sein Name schon bald dem Vergessen anheim.Albrecht Beutel zeigt an diesem kurzen Leben beispielhaft, wie sich der bekenntniskirchliche Beharrungskampf an der Basis vollzog, welchen Gefährdungen und Anfechtungen er ausgesetzt war, aber auch welche Bewährungserfahrungen und Vergewisserungsfreuden er freisetzen konnte.
Der Osnabrücker Jurist, Historiker und Staatsmann Justus Möser (1720-1794) zählte zu den interessantesten Intellektuellen im norddeutschen Raum und war in der aufklärerischen Gelehrtenrepublik vielfach vernetzt. Am öffentlichen Religionsdiskurs seiner Zeit hat er sich fortwährend mit bedeutsamen, originellen Beiträgen beteiligt. In kritischer Gesamtschau lässt sich darin eine funktionale Religionstheorie von eindrücklicher Geschlossenheit entdecken. Damit wollte "der herrliche Justus Möser" (Goethe), der sich selbst als "fromme[r] Laie" auswies, nicht etwa spekulativ-abstrakte Theologendispute beeinflussen, sondern in pragmatisch-konkretem Zugriff die gesellschaftspolitische Unentbehrlichkeit der Religion und zumal des Christentums aufweisen. Innerhalb der im Zeitalter der Aufklärung vielgestaltig entfalteten Religionstheologie kommt dem Entwurf Mösers, der hier erstmals zusammenhängend erhoben und analysiert wird, eine substantielle zeit- und gegenstandserschließende Bedeutung zu.
Kirchengeschichte Im Zeitalter Der Aufklarung
Albrecht Beutel
UTB fur Wissenschaft Uni-Taschenbucher GmbH
2009
nidottu
Dieses Handbuch bietet erstmals einen umfassenden und dennoch kompakten Überblick über die Kirchengeschichte im Zeitalter der Aufklärung. In konzentrierter Form werden die Voraussetzungen und Horizonte der theologischen Aufklärung in Deutschland vermessen und deren unterschiedliche Erscheinungsformen skizziert. Zudem wird beschrieben, welchen Niederschlag die Aufklärung in Theologie und Kirche sowie in zeittypischen Debatten und Konflikten gefunden hat.