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16 kirjaa tekijältä Alexander Demandt
Die Auflösung des Römischen Reiches und das Ende der antiken Kultur bilden die tiefste Krise der europäischen Geschichte. Sie hat immer wieder zu Erklärungsversuchen und zu Parallelisierungen mit der eigenen Gegenwart geführt. Die vorgelegten Aufsätze thematisieren wesentliche Aspekte der politischen, kulturellen und militärischen Geschichte der Spätantike vom ausgehenden 4. bis zum frühen 6. Jahrhundert. Behandelt werden Fragen der Chronologie, der Prosopographie und der Institutionen sowie Fragen der Rezeption und der Wissenschaftsgeschichte. Einen eigenen Schwerpunkt bilden die Rolle der Germanen und ihr Verhältnis zu Rom. Der Anhang bietet ein Gesamtverzeichnis der Schriften des Autors zur Spätantike seit 1965.
In diesen Sternstunden geht es um historische Vorgänge, die für das Zusammenleben der Menschheit bedeutsam geworden sind, um Schritte auf dem Weg zu einer humaneren Gesellschaftsordnung oder um Ausblicke auf eine solche - Taten, die Entwicklungen zum Abschluß gebracht oder in Gang gesetzt, die Tore geöffnet haben.
"Das Besondere an einer prominenten Position ist, daß sich nichts auf Dauer verheimlichen läßt. So öffnen sich nicht nur Wohnungen, sondern auch die Schlafzimmer der Kaiser, ihre intimsten Gemächer, und bringen alle Geheimnisse an die Öffentlichkeit" - mit diesen Worten leitet der jüngere Plinius seine Ausführungen über das Eheleben Trajans ein, und in der Tat bleibt auch in Alexander Demandts Untersuchungen über das Privatleben der römischen Kaiser nichts verborgen: Das Privatleben der römischen Kaiser bietet einen bisher nie zusammenfassend behandelten Ausschnitt aus der Sitten- und Unsittengeschichte der herrschenden Klassen im alten Rom.
Seit Homer und der Bibel gibt es Vorstellungen uber den Lauf der Zeiten und die Stellung der Gegenwart zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Grundfiguren bei den Klassikern der Geschichtsphilosophie sind immer ahnlich, das zeigt Alexander Demandt in diesem Buch. Er liefert einen in dieser Zusammenschau einmaligen Uberblick uber das europaische Geschichtsdenken seit der Antike: Der antike Dekadenzgedanke (Hesiod, Platon), Fortschrittsbewusstsein (Xenophanes, Aristoteles) und Fortschrittskritik (Diogenes, Seneca), fruhe Kreislauftheorien (Salomon, Empedokles), judisch-christliche Heilsgeschichte (Daniel, Augustinus), das Epochenbewusstsein der Renaissance (Machiavelli, Vico), die Geschichte als Aufklarung (Kant, Condorcet), Historischer Idealismus (Hegel, Humboldt), Goethes universaler Individualismus, der Historismus (Ranke, Meinecke), der Historische Materialismus (Marx, Engels), paradigmatische Geschichtskonzepte (Nietzsche, Burckhardt), Morphologien der Weltgeschichte (Spengler, Toynbee), Geschichtsbiologismus (Darwin, Lorenz) und posthistorische Apokalyptik (Fukuyama, Baudrillard). Einleitend wird der Begriff der Geschichte, ausfuhrend die Philosophie der Geschichte insgesamt behandelt.
Die Grundfragen menschlichen Zusammenlebens sind seit Homer und Hesiod immer wieder Gegenstand kritischer Reflexion gewesen. Platon und Aristoteles, Polybios und Cicero, Paulus und Augustinus formulierten Grundgedanken zu Republik und Monarchie, Herrscherideal und Utopie, Krieg und Frieden, Gerechtigkeit und Widerstand, wobei sie stets auch die politischen Verhaltnisse ihrer Zeit im Blick hatten. Das Buch ist aus der Sicht des Historikers geschrieben, der vor allem den Bezug zur politischen Wirklichkeit zeigt und zugleich auf das Nachleben der Theorien hinweist. Zum Standardwerk geworden wird es jetzt in uberarbeiteter und erweiterter Neuauflage vorgelegt.
Als 1918 der erste Band von Oswald Spenglers "Untergang des Abendlandes" erschien, erregte er ein beispielloses Aufsehen. Kein deutsches Werk uber Geschichte hat ein ahnlich starkes und anhaltendes Echo gefunden. Begeisterte Zustimmung fand es in der historisch interessierten Leserschaft, wahrend die Fachwelt mit wenigen Ausnahmen distanziert reagierte. Fortan aber blieben die Skepsis gegenuber dem Fortschrittsoptimismus und der Gedanke an einen moglichen Niedergang des Westens als Themen auf der Tagesordnung. In den hier vorgelegten Aufsatzen des Althistorikers Alexander Demandt geht es um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Spenglers Geschichts- und Politikverstandnis, seine Vorhersagen und seine Wirkungsgeschichte bis in die jungste Zeit. Nach Spengler findet der Untergang zweimal statt, einmal als Hochkultur - das liegt hinter uns, ein andermal als Zivilisation - das steht uns noch bevor. Die gegenwartige Kulturkritik jedenfalls zeigt: Es gibt Anlasse, sich an Spenglers Ausfuhrungen zu erinnern.
Wie das Wort Kultur, so stammen auch viele ihrer Erscheinungen aus der Antike oder finden dort eine Entsprechung. Griechisches und Romisches lebte bei den Kelten, den romanischen und germanischen Volkern weiter. Kulturgeschichte will vergangenes Leben anschaulich machen, gegenwartiges historisch erklaren. Wahrend Historiker sich uberwiegend mit den politischen, okonomischen und sozialen Verhaltnissen, also mit den Rahmenbedingungen menschlichen Daseins befassen, geht es hier einerseits um konkrete Aspekte desselben und andererseits um Grundfragen des Zusammenlebens. Zur Sprache kommen Feste und Spiele, Arbeit und Kunst, Traume und Baume, Eigenes und Fremdes im Bildungswesen. Zwar konnen immer nur Ausschnitte gezeigt werden, doch werfen sie, sofern sie gut gewahlt sind, auch Licht auf den Lebensstil ihrer Zeit. Zugleich wird erkennbar, wie dominante Kulturphanomene durch Traditionen gepragt sind, in denen Beharrung und Wandel miteinander ringen. Das zeigt sich zumal an Erscheinungen der Gegenwart, deren Geschichte fur den quellenkundigen Kulturhistoriker kein Buch mit Sieben Siegeln darstellt.
Erträge
Alexander Demandt; Konrad Adam; Rolf Stolz
Forderstiftung Konservative Bildung Und Forschung
2014
pokkari