Es hat kaum ein gro artigeres Unternehmen mehr das Interesse der gebildeten Welt in Anspruch genommen, als der Durchstich des Isthmus von Suez, eine Unternehmung, wie sie eben nur der vor nichts zur ckschreckende Geist des 19. Jahrhunderts erdenken konnte. Und keine Arbeit ist mehr besprochen und beschrieben worden, als gerade dieser Kanal, Stimmen haben sich daf r und dagegen erhoben; Enthusiasten wollten den Kanal in ein paar Jahren vollenden, untersch tzten die Schwierigkeiten, setzten die Kosten zu gering an; ihre Gegner sprachen von un berwindlichen Hindernissen, vom Niveauunterschiede der beiden zu verbindenden Meere, von nicht zu besiegenden Sandst rmen der W ste, vom Mangel an Geld und endlich, falls der Kanal zu Stande k me, von den zu gro en Kosten, welche die Rheder f r ihre durchgehenden Fahrzeuge zu entrichten haben w rden. Im Jahre 1854, als Hr. von Lesseps vom Vicek nig die Autorisation bekam zur Anlegung eines maritimen Kanals durch die Landenge, constituirte sich infolge dessen eine internationale Commission, bestehend aus Ingenieuren von England, Oesterreich, Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Preu en, um einen Plan auszuarbeiten, und nachdem diese Commission festgestellt hatte, da kein Niveauunterschied zwischen den beiden getrennten Meeren vorhanden sei, hatte sie die Bildung des Kanals von Suez und eine Subscription zur Folge. Die auszuf hrenden Arbeiten waren auf 200 Mill. Frs. veranschlagt worden, welche Summe aufgebracht wurde. Im Jahre 1859 begannen die ersten Arbeiten unter der unmittelbaren Direction der Compagnie selbst. Diese bestanden haupts chlich in Menschenwerk; das gyptische Gouvernement hatte contractlich 20,000 Fellahin oder Leibeigene zu liefern, welche eine monatliche Dienstzeit hatten, wobei sie auf Kosten der Compagnie ern hrt und abgelohnt wurden. Jeden Monat l ste ein Haufen anderer Zwangsarbeiter den alten ab.