Wer hat nicht schon mal einen Band von Marcel Prousts 'Auf der Suche nach der verlorenen Zeit' in den H nden gehabt, gar zu lesen angefangen, ist aber bei allem Bem hen nicht sehr weit damit gekommen. Das vorliegende Buch soll Lust darauf machen, einen neuen Anlauf zu wagen, um einen der gr ten und sch nsten Romane der Weltliteratur kennenzulernen und zu genie en. Denn die 'Recherche' ist ein k stliches literarisches Vergn gen, eine intellektuelle Herausforderung, ein Entdecker-Abenteuer. Bei der Lekt re taucht man ein in die Zeitgeschichte der Belle poque bis hin zum Ersten Weltkrieg, man bewegt sich in den Kultursparten Literatur, Theater, Malerei, Musik, Architektur, Mode etc. -- und wird reichlich belohnt beim Verweilen im allzu weiten Feld menschlicher Gef hle und Erfahrungen. Kurz: die 'Recherche' ist ein Bildungsroman. Um die Lekt re dieses 'ozeanischen Romans' (Ingeborg Bachmann) zu erleichtern, habe ich meine Leseerfahrungen und meine Sicht auf Prousts Hauptwerk in 28 'Aufz gen' und in einer Vielzahl von 'Bildern' zusammengefasst -- und damit in eine Form gebracht, die zum einen lesbar und zu bew ltigen ist, zum anderen aber auch dazu verf hren soll, sich so ger stet und zu gegebener Zeit dem originalen Text selbst zuzuwenden, der inzwischen in sch nen neuen beziehungsweise revidierten bersetzungen vorliegt. Erstleser sind h ufig schon mit dem Beginn des Romans berfordert -- da schl ft der Autor n mlich ein. Kaum verwunderlich, dass sogar Leute wie Christian Berkel beim ersten Versuch das Buch im hohen Bogen in die Ecke warfen. Aber er hat dann einen zweiten Versuch unternommen -- und war begl ckt. Zu diesem Gl ck der Proust-Lekt re will das vorliegende Buch hinf hren. 'Mein Buch ist ein Gem lde', sagt Proust ber seinen Roman. Und in diesem Gem lde ist 'Platz f r alle Facetten des Menschlichen -- f r Koketterie, f r Scham, f r Fettn pfchen, f r Grausamkeit, den Wankelmut des Herzens, Aufstiegswillen, Abstiegsangst, Snobismus' (Doris Anselm) -- 'nichts