Freese Zeit ist Leben (Ein deutsch-deutscher Roman) von Dr. Manfred Gebert Freese ist der Name des Helden dieses deutsch-deutschen Romans. Der beziehungsreiche Untertitel des Romans Zeit ist Leben ist einem deutschen Sprichwort entlehnt und will anzeigen, dass die Zeit nie stillsteht, das Leben auch nicht. Desgleichen pulsierte auch in den vierzig Jahren DDR-Vergangenheit das Leben unaufhörlich. Es zeigte sich beim genaueren Hinsehen keineswegs nur in Nuancen von tristem Grau, sondern eher bunt und vielgestaltig. Die meisten Menschen im Osten durchliefen eine eigene, spezifische Vita, die sie auch nach dem misslungenen Experiment des Sozialismus und dem nachfolgenden Beitritt des Landes zur Bundesrepublik keineswegs schuldbewusst verleugnen oder rückstandslos entsorgen würden. Die Schrift soll im veritablen zeitgeschichtlichen Interesse zeigen, wie die hohen Ideale und schönen Zukunftsträume der Menschen, die sich nach dem blutigen Krieg und der furchtbaren Nachkriegszeit mit dem sozialistischen Gedankengut verbanden, von Anfang bis Ende der DDR dem Macht- und Geltungsstreben eines beschränkten Klüngels unterworfen wurden. Der Autor will an den Tag legen, wie das Volk manipuliert wurde, bis seine Geduld am Ende war. Aber in den vierzig Jahren richteten sich die Leute ein. Ein Teil strebte einen Platz an der Sonne an, ein anderer lief scheinbar nur so mit und ein weiterer suchte nach Nischen, Verstecken und Lücken des Systems. Alle drei Strömungen spalteten sich in der Gesellschaft sowohl hundertfach auf als sie sich auch im Einzelwesen vereinigten. In dem gern so deklarierten Einheitsstaat lebte in der Tat eine äußerst heterogene Gesellschaft, deren Befindlichkeits-Strukturen sich unentwegt veränderten. Mit seinem Prä-, Intra- und Post-Wende-Roman über den Zeitraum von einem halben Jahrhundert beschreibt der Autor anhand der bewegten Biografie eines ambitionierten DDR-Bürgers den realen Alltag im Osten Deutschlands vom Ende des II. Weltkrieges bis in die unmittelbare Gegenwart. Die widersprüchliche persönliche Entwicklung des ehrgeizigen Arbeiter- und Bauern-Sprösslings verläuft im Rahmen zeitgeschichtlich relevanter Erscheinungen und Zusammenhänge. Im Arbeiter- und Bauernstaat prinzipiell gefördert, beginnt er eine hoffnungsvolle Entwicklung. Frei von DDR-Nostalgie einerseits und pauschaler Verdammung des Gewesenen andererseits trägt das Buch zur Bereicherung der Belletristik mit deutsch-deutscher Thematik bei und kann einen bestimmten Beitrag zur Versachlichung der Argumente im Prozess des Zusammenwachsens von Ost und West leisten.