Der Verdacht, da die Realit t, die man serviert, nicht die sei, f r die sie sich ausgibt, wird wachsen.Theodor W. Adorno: Prolog zum Fernsehen (1953)Adorno stand zeit seines Lebens kritisch, wenn nicht schon eher pessimistisch in derBeurteilung und Bewertung neuer Medien gegen ber. Er bezweifelte die M glichkeit einer nachauratischen neuen Kunst und sprach Rundfunk, Film und Fernsehen absolut jedenErkenntniswert ab und das nicht nur im Vergleich zur alten b rgerlichen autonomen Kunst.F r Adorno bedeutete technische Reproduktion immer einen Verlust, 1959 formulierte er diesf r den Rundfunk folgenderma en: So hat in Amerika Edward Suchman in einer ingeni sen Studie dargetan, da von zwei Vergleichgruppen, diesogenannte ernste Musik h rten und von denen die eine diese Musik durch lebendige Auff hrungen, die anderenur vom Radio her kannte, die Radiogruppe flacher und verst ndnisloser reagierte als die erste."F r ihn liegt dies nicht ausschlie lich an einem m glichen sozialen und/oderbildungsrelevanten Gef lle zwischen den beiden Untersuchungsgruppen, und ebenso wenigan der Verwendung des neuen Mediums Rundfunk, sondern an den Eigenarten dertechnischen Reproduktion selbst. Das Verfahren der technischen Reproduktion ist untrennbarmit den Standards der Kulturindustrie, der Verflachung, der Wiederholung und Verdoppelungetc. verkn pft. Der Inhalt der Ideologien trete stets in seiner Bedeutung hinter deren Formzur ck und so ndert sich mit der Technik der Verbreitung zugleich das Verbreitete."F r Adorno bedinge die Form der technischen Reproduktion automatisch auch den Verlust anM glichkeiten zur objektiven Einsicht des reflektierenden Individuums.Beispielsweise bezweifelte er u. a. auch, ob eine Rundfunk -Symphonie berhaupt nocheine Symphonie genannt werden d rfe. So bewirken beide Prozesse, d.h. also dieVer nderung in der Produktion wie die der technischen Reproduktion und Distribution eineVervollkommnung der Reproduktionsleistungen, so dass die