Dialektik pr gt das Verh ltnis von Staat und Wissenschaft. Auch wenn es nicht 'den' Staat und 'die' Wissenschaft gibt, so sind Staat bzw. Politik und Wissen-schaft doch antagonistische Sys-teme. Denn es ist Aufgabe des Staates, der Wissenschaft Grenzen zu ziehen und die Versuche, sie zu instrumentalisieren, geh ren zu den Funktionsbedingungen der Politik. Auch f r eine umgekehrte Instrumentalisierung lassen sich Ans tze finden. Auf der anderen Seite sind Staat und Wissenschaft auf eine enge Symbiose angewiesen. Ohne staatliche F rderung kann moderne Wissen-schaft nicht funktionieren, ebenso verliert der Staat an Legitimit t, wenn seine Entschei-dungen vor dem Urteil der Wis-senschaft nicht bestehen k nnen. Von Zeit zu Zeit, insbesondere nach epochalen Z suren, bedarf es einer Bestandsaufnahme und Neuvermessung des Verh ltnisses von Staat und Wissenschaft. Eine solche bietet sich knapp 20 Jahre nach der Zeitenwende des Jahres 1989/90 an. Nimmt man sie vor, so ergibt sich Korrekturbedarf - vor allem im Hochschulrecht, aber auch bei der wissenschaftlichen Selbstregulierung.