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4 kirjaa tekijältä Simonetta Sanna
Die Studie verbindet mit der Thematisierung des NS-Vernichtungsapparates und Frauen, die darin als Protagonistinnen wirkten, ein doppeltes Skandalon. Die Autorin untersucht die Werke von Stephan Hermlin, Hans Lebert, Bernhard Schlink, Lukas Hartmann und Helga Schneider. Diese ziehen schuldige Frauen nachtraglich zur Rechenschaft, lassen ihnen gegenuber jedoch einen nicht-ausgrenzenden Sinn der Gerechtigkeit gelten. Aus der Erzahlperspektive regt gerade die Unmoeglichkeit der Vergebung das Interesse an, die Verschrankungen von Gut und Boese, Opfer und Tater wahrzunehmen. Das erfordert umfassende kognitive Fahigkeiten auch beim Leser. Das Buch fasst abschliessend den Beitrag des Romans zur Aufarbeitung der Vergangenheit zusammen. Die Autorin geht hierbei der Frage nach, inwieweit die Erfahrung des Negativen zur Selbsterkenntnis des Menschen und damit auch zur Hinwendung zum anderen Menschen beitragt.
Selbststerben Und Ganzwerdung: Alfred Doeblins Grosse Romane
Simonetta Sanna
Verlag Peter Lang
2003
nidottu
Die Untersuchung befasst sich mit Alfred Doeblins grossen Romanen: Berlin Alexanderplatz, Wallenstein, November 1918. Die Verfasserin liest Doeblins Werk vor einem neuen Hintergrund: Nicht die Einordnung als Roman der Metropole (Berlin Alexanderplatz) bzw. als historische Romane (Wallenstein, November 1918) ist Ausgangspunkt der Analyse, sondern die hermetische Tradition und die Tiefenpsychologie Carl Gustav Jungs. Im Mittelpunkt der Interpretation steht somit die Entwicklung der individuellen Persoenlichkeitsstruktur der literarischen Gestalten als formierendes Prinzip der Romane. Deren zentrale Achse wird im Individuationsprozess - im Sinne Jungs - der Romanfiguren aufgespurt, der um die Grenzerfahrung des Selbst-Sterbens und der Ganzwerdung kreist. Im Prozess des Selbst-Sterbens setzen sich Doeblins Protagonisten mit den destruktiven Aspekten der eigenen Person auseinander, legen das alte Ich ab und oeffnen sich neuen Erfahrungen. Indem Doeblins Figuren in sich eineneue Ganzheitsdimension des Seins aufspuren, entdecken sie gleichzeitig die Welt als terra incognita. Auf diesem Hintergrund gewinnt Doeblins Bildsprache an Relevanz: Die dichten, belebenden Bilder fangen den Individuationsprozess ein und vermitteln dem Leser neue Erfahrungen.