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1000 tulosta hakusanalla Hans Rust; Rust Hans 1879-

Hans Kelsen Werke

Hans Kelsen Werke

Hans Kelsen

Mohr Siebeck
2007
sidottu
Hans Kelsen (1881-1973) gilt als der konsequenteste, innovativste und wirkungsmächtigste Rechtspositivist. In Prag geboren, in Wien aufgewachsen und dort bis 1930 als Professor und Verfassungsrichter tätig, musste er 1933 aus NS-Deutschland zunächst in die Schweiz, schließlich in die USA emigrieren. Sein Ruhm und Ruf als "leading jurist of the time" gründen sich vor allem auf seine bahnbrechenden rechtstheoretischen Arbeiten, die unter dem Namen "Reine Rechtslehre" Furore gemacht haben. HKW 1 enthält Kelsens Publikationen aus den Jahren 1905 bis 1910 und damit aus dessen "vorkritischer Phase": beginnend mit der noch zu Studienzeiten verfassten Monographie "Die Staatslehre des Dante Alighieri" (1905) über den seinerzeit einflussreichen "Kommentar zur österreichischen Reichsratswahlordnung" (1907) bis hin zu einigen Buchbesprechungen, die in dem von Werner Sombart und Max Weber herausgegebenen "Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik" im Jahre 1910 erschienen sind. Hier präsentiert sich Kelsen noch ganz in den konventionellen Bahnen der zeitgenössischen Jurisprudenz. Nur Weniges deutet bereits zu dieser Zeit auf den die Rechtswissenschaft seiner Zeit radikal in Frage stellenden "Reinen Rechtslehrer" hin.Seinen frühesten Veröffentlichungen vorangestellt sind biographische Zeugnisse Kelsens, darunter die lange als verschollen geltende Autobiographie aus dem Jahre 1947.
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Hans Kelsen

Mohr Siebeck
2009
sidottu
Band 2 der chronologisch angelegten und historisch-kritisch bearbeiteten Gesamtausgabe der Werke von Hans Kelsen (1881-1973), dem bedeutendsten deutschsprachigen Rechtstheoretiker des 20. Jahrhunderts und Begründer der "Reinen Rechtslehre", enthält in zwei Halbbänden dessen Habilitationsschrift aus dem Jahre 1911. Mit seinen "Hauptproblemen der Staatsrechtslehre entwickelt aus der Lehre vom Rechtssatze" tritt Kelsen aus dem Schatten der zeitgenössischen Staatsrechtslehre im Besonderen und Rechtswissenschaft im Allgemeinen; in einem Rundumschlag entzaubert er deren Denken in festen rechtlichen Substanzen wie Staat, Gesellschaft, Wille, Mensch mit seinem relationalen Ansatz, der die positivrechtlichen Beziehungen in den Mittelpunkt rückt. Methodenbewusst arbeitet er die Trennlinien einer normwissenschaftlich arbeitenden Jurisprudenz zur Ethik, zur Psychologie und zur Soziologie heraus. Wiewohl seine "Hauptprobleme" noch fast nichts von der erst später entwickelten, dynamischen Konzeption des doppelten Stufenbaus der Rechtsordnung erahnen lassen, legt und erprobt Kelsen hier doch schon die Grundlagen für seine ideologiekritische, die Jurisprudenz an strengen Wissenschaftlichkeitsmaßstäben ausrichtende "Reine Rechtslehre".Grundlage des historisch-kritischen Apparates ist der 2421 Seiten umfassende Autograph der Habilitationsschrift, der in den Jahren 1910 und 1911 dem Verlag J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) als Satzmanuskript gedient hat. Dem Abdruck der "Hauptprobleme" ist eine instruktive, den historischen Kontext ausleuchtende Einleitung von Christoph Schönberger in deutscher und englischer Sprache vorangestellt.
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Hans Kelsen

Mohr Siebeck
2010
sidottu
Band 3 der HKW enthält Kelsens Publikationen aus den Jahren 1911 bis 1917, umfasst also die Phase nach dessen Habilitation bis in die letzten Jahre der Donaumonarchie. Die insgesamt 25 Beiträge zeigen ein vielschichtiges Bild des Autors: Neben mehreren Buchbesprechungen und kleineren, tagesaktuellen Arbeiten finden sich Studien, in denen Kelsen den in seiner Habilitationsschrift (HKW 2) grundgelegten ideologiekritisch-positivistischen Ansatz weiterentwickelt und entfaltet; zentrale Schriften des Übergangs von einer statischen zu einer dynamischen Rechtsbetrachtung markieren "Zur Lehre vom Gesetz im formellen und materiellen Sinn" (1913), "Zur Lehre vom öffentlichen Rechtsgeschäft" (1913), "Reichsgesetz und Landesgesetz nach österreichischer Verfassung" (1914), "Über Staatsunrecht. Zugleich ein Beitrag zur Frage der Deliktsfähigkeit juristischer Personen und zur Lehre vom fehlerhaften Staatsakt" (1914) sowie "Die Rechtswissenschaft als Norm- oder als Kulturwissenschaft" (1916). In mehreren Beiträgen widmet er sich Wesen und Wert der Rechtssoziologie, was ihm eine literarische Kontroverse mit dem Hauptvertreter dieser Richtung, Eugen Ehrlich, einbringt. Kelsens Engagement für die Arbeiterbildung dokumentiert sich in dem den Einflüssen des Charakters und der Weltanschauung feinsinnig nachspürenden Aufsatz "Politische Weltanschauung und Erziehung" (1913). Die Kriegszeit, in der Kelsen zuletzt für den k.u.k. Kriegsminister Rudolf Freiherr von Stöger-Steiner tätig ist, schlägt sich in einem Beitrag nieder, der unter anderem Kelsens politischen Realitätssinn zeigt: "Zur Reform der verfassungsrechtlichen Grundlagen der Wehrmacht Österreich-Ungarns" (1917/1918).
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Hans Kelsen

Mohr Siebeck
2014
sidottu
Band 4 der HKW vereinigt insgesamt 17 von Format, Stil und Inhalt her sehr unterschiedliche Beiträge Kelsens aus der Zeit unmittelbar nach Auflösung der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie im Oktober 1918 bis zur Konsolidierung der Ersten Republik unter dem Bundes-Verfassungsgesetz vom Oktober 1920. Das Augenmerk des Verfassungsberaters von Staatskanzler Karl Renner richtet sich in dieser Zeit in besonderem Maße auf die aktuellen staatsrechtlichen und staatspolitischen Probleme - sei es die Stellung des unter der Republik erstmals eingerichteten Amtes des Staatskanzlers oder ganz grundsätzlich die Organisation der Exekutive, seien es Fragen nach dem Anschluss Deutsch-Österreichs an das Deutsche Reich oder die Stellung der Länder im künftigen Verfassungswerk, seien es Fragen des (Verhältnis-)Wahlrechts, dem er in rascher Folge allein vier Beiträge widmet. In dieselbe Schaffensphase - und in spürbarem Zusammenhang mit den Wahlrechtsbeiträgen - fallen die ersten systematischen Studien Kelsens zu Wesen und Wert der Demokratie, die 1929 in der berühmten Zweitauflage des gleichnamigen Werkes ihren vorläufigen Abschluss finden werden. Mit den beiden Grundlagenarbeiten "Zur Theorie der juristischen Fiktionen", in der sich Kelsen mit Hans Vaihingers "Philosophie des Als Ob" auseinandersetzt, und "Das Problem der Souveränität und die Theorie des Völkerrechts", in der er erstmals auch das Völkerrecht in seine rechtstheoretische Feldvermessung einbezieht, führt Kelsen den Reifungs- und Konsolidierungsprozess seiner im Jahre 1911 begründeten und in "Das Problem der Souveränität …" erstmals als "rein" bezeichneten Rechtslehre fort.
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Mohr Siebeck
2011
sidottu
Band 5 der chronologisch angelegten und historisch-kritisch bearbeiteten Gesamtausgabe der Schriften von Hans Kelsen (1881-1973) vereinigt die von Kelsen besorgte Kommentierung der Verfassungsgesetze aus der Umbruchzeit vom Ende der Monarchie über die Republik Deutschösterreich bis hin zur konsolidierten, eigenständigen und bundesstaatlich ausgerichteten Republik Österreich. Damit dokumentierte Kelsen unter Mithilfe von Georg Fröhlich und Adolf Julius Merkl die Arbeiten der Provisorischen (1918-1919) sowie der Konstituierenden Nationalversammlung (1919-1920).Kelsen, der im Jahre 1919 sowohl Mitglied des deutschösterreichischen Verfassungsgerichtshofes als auch Ordinarius an der Universität Wien wurde, konnte sich hier seines Spezialwissens als Verfassungsberater des Staatskanzlers Karl Renner bedienen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die - jeweils politisch brisanten - Thesen, dass zwischen der Monarchie und der Republik rechtliche Diskontinuität bestehe und dass Deutschösterreich ein zentralistischer Einheitsstaat sei.
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Hans Kelsen

Mohr Siebeck
2020
sidottu
Die Jahre 1920 und 1921 erlebt Kelsen als rising star der Wiener juridischen Szene: als Verfassungsberater des Staatskanzlers Karl Renner, Mitglied des neu eingerichteten Verfassungsgerichtshofs, Ordinarius an und - im Studienjahr 1920/21 - Dekan der Rechts- und Staatwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien ist Kelsen in Österreich so einflussreich und bekannt wie kaum ein anderer Rechtswissenschaftler. Trotz seiner vielfältigen Verpflichtungen ist der gerade einmal Vierzigjährige literarisch außerordentlich produktiv. Dies dokumentiert auch dieser Band nicht nur durch die Anzahl, sondern auch durch die thematische Weite und Breite der Beiträge: Von solchen zu der in Entstehung begriffenen Verfassung der Ersten Republik in Gestalt des B-VG 1920 über solche des inter- oder pluridisziplinären Zugangs zum Phänomen "Staat", über solche zur Demokratietheorie und der seinerzeit vieldiskutierten Demokratisierung der Verwaltung, über solche zu Fragen der Universitätspolitik bis hin zu solchen zur Auseinandersetzung mit dem Marxismus, weiß Kelsen tagespolitische Fragen mit allgemeineren Entwicklungen und Grund(lagen)fragen zu verbinden. Besondere Hervorhebung verdienen hinsichtlich ihrer Bedeutung drei Schriften: erstens die heute als moderner Klassiker der Demokratietheorie geltende Abhandlung "Vom Wesen und Wert der Demokratie", zweitens der Beitrag "Das Verhältnis von Staat und Recht im Lichte der Erkenntniskritik" - ein Vorabdruck des Schlussabschnitts der 1922 erscheinenden Monographie "Der soziologische und der juristische Staatsbegriff" - und drittens Kelsens erste eingehende Auseinandersetzung mit dem Marxismus unter dem Titel "Sozialismus und Staat. Eine Untersuchung der politischen Theorie des Marxismus".
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Hans Kelsen

Mohr Siebeck
2022
sidottu
Band 7 der HKW umfasst vier Schriften aus den letzten Jahren der Formationsphase der Reinen Rechtslehre. Sie dokumentieren das sowohl in disziplinärer als auch regionaler Hinsicht übergreifende Interessens- und Wirkensspektrum Kelsens. Neben dem (zweiten) Bericht über Österreichs Verfassungslage im Jahrbuch für Öffentliches Recht enthält der Band Kelsens Positionssuche im Blick auf zentrale soziologische, (sozial)psychologische und theologische Deutungsansätze. Stets geht es dabei, wie es im Untertitel der wegweisenden Monografie Der soziologische und der juristische Staatsbegriff heißt, um eine "kritische Untersuchung des Verhältnisses von Staat und Recht". Die Auseinandersetzungen mit Sigmunds Freuds Theorie der Masse sowie die Parallele von Gott und Staat bzw. Theologie und (Staats-)Rechtswissenschaft sind Teil weitergehender Kontroversen.
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Hans Kelsen

Mohr Siebeck
2020
sidottu
Band 8 der HKW enthält den "Kelsen/Froehlich/Merkl", sprich: den ersten, noch heute verwendeten Kommentar zur definitiven Bundesverfassung der Ersten (österreichischen) Republik, die im Jahr 2020 ihren einhundertsten Geburtstag begeht. In Kooperation mit dem damaligen Leiter des Verfassungsdienstes der Staatskanzlei/des Bundeskanzleramtes, Georg Froehlich (1872-1939), und seinem seinerzeit ebenfalls in den Diensten des Verfassungsdienstes stehenden Schüler, Adolf Julius Merkl (1890-1970), legt Kelsen 1922 einen rasch zum Klassiker und Standardwerk avancierenden Referentenkommentar zum Bundes-Verfassungsgesetz 1920 ("Gesetz vom 1. Oktober 1920, womit die Republik Österreich als Bundesstaat eingerichtet wird") sowie zum sog. Übergangsgesetz 1920 ("Verfassungsgesetz vom 1. Oktober 1920, betreffend den Übergang zur bundesstaatlichen Verfassung") vor. Das Gemeinschaftswerk ist davon geprägt, dass seine drei Autoren als Experten von Anfang an eng in die Verfassungsberatungen im weiteren Sinne und in die Formulierung der Verfassung im engeren Sinne einbezogen waren. Der "Kelsen/Froehlich/Merkl" schließt als Band 5 die Reihe der von Kelsen herausgegebenen "Verfassungsgesetze der Republik [Deutsch-]Österreich" ab; die Bände 1 bis 4 (1919-1920) sind bereits in HKW 5 enthalten. Mit diesem Kommentar etabliert sich der bis dahin vornehmlich durch seine rechtstheoretischen Schriften hervorgetretene Kelsen, der zu dieser Zeit auch Verfassungsberater des Staatskanzlers Karl Renner (1870-1950) und einflussreiches Mitglied des neugegründeten Verfassungsgerichtshofs ist, als der führende Verfassungsrechtlicher der jungen österreichischen Republik.
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Hans Kelsen

Mohr Siebeck
2025
sidottu
Band 10 der HKW umfasst drei Beiträge aus dem Jahr 1923 und einen erst jüngst entdeckten Nachruf Kelsens auf seinen Lehrer Edmund Bernatzik aus dem Jahr 1919. Unter den drei 1923er-Schriften finden sich zwei Monografien, die - neben der Konsolidierung der Reinen Rechtslehre - Kelsens wissenschaftliche Hauptinteressen jener Jahre widerspiegeln: Mit der Zweitauflage von "Sozialismus und Staat" setzt Kelsen die Reihe von Publikationen gegen die seinerzeit wirkmächtigen Strömungen des (Austro-)Marxismus und Leninismus fort; die - von Carlos Miguel Herrera, Paris, eingeleitete - Monografie darf als die profundeste zeitgenössische Kritik gelten. Und mit dem "Österreichischen Staatsrecht" - mit einer Einleitung von Clemens Jabloner, Wien - präsentiert Kelsen die erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung des Verfassungsrechts der Ersten Republik und festigt damit neben seiner Rolle als Verfassungsarchitekt seine Stellung als bedeutendster Chronist und Mittler des neuen Verfassungsrechts.
Hans-Georg Gadamer - Eine Biographie

Hans-Georg Gadamer - Eine Biographie

Jean Grondin

Mohr Siebeck
2013
nidottu
Aus Rezensionen zur 1. Auflage: "Die gründliche Gadamer-Biographie von Jean Grondin ist [...] frei von hagiographischen Zügen. Um so überzeugender entwirft sie das Porträt eines zunächst zögernden und unsicheren, eines unpolitischen und anpassungsfähigen, aber stets liberalen und selbstkritischen, vom gutbürgerlichen Elternhaus mit Klugheit, Sensibilität und sicherem Blick ausgestatteten, humanistisch gebildeten und unabhängig urteilenden Geistes." Jürgen Habermas in Neue Zürcher Zeitung vom 12./13.2.2000, S. 49 "Jean Grondin […] hat es übernommen, das Jahrhundertleben Hans-Georg Gadamers zu beschreiben, und es ist ihm gelungen, ein hundertjähriges Leben […] mit Detailtreue und eindrücklicher Sprache in einer Weise erlebbar zu machen, die das Lesen dieser Biographie zu einem Erlebnis werden lässt." KVS-Mitteilungen, Nr. 2 (2000), S. 22 "Meisterhaft geschrieben, mit subtilem Einfühlungsvermögen und Feingefühl […]. Grondins feinsinniger Witz, rhetorischer Charme und sprachlicher Schliff machen die Lektüre auch zu einem literarischen Genuß." Annemarie C. Mayer in Theologische Revue, 97. Jahrgang, 6 (2001), S. 508-510
Hans Kelsen und die deutsche Staatsrechtslehre
Der Band dokumentiert eine Tagung, die sich am 11. und 12. Oktober 2011 in der Carl Friedrich von Siemens Stiftung dem wechselvollen Umgang der deutschen Staatsrechtslehre mit Hans Kelsen (1881-1973) gewidmet hat. Fünf diskursleitende Annäherungsweisen wurden für ein Urteil über Rezeption und Rejektion von Lehre und Person Kelsens in der und durch die deutsche Staatsrechtslehre gewählt: Kelsen als Diskurspartner während der Weimarer Zeit, Kelsen als Stein des Anstoßes in den ersten Jahrzehnten der bundesrepublikanischen Staatsrechtslehre, Kelsen durch die autobiographische Brille herausragender Nachkriegsstaatsrechtslehrer, die posthume Wiederentdeckung Kelsens seit Mitte der Achtziger Jahre sowie der heutige Umgang der Staatsrechtslehre mit einem ihrer Klassiker. Mindestens so sehr wie das Phänomen Kelsen stand die Reflexion über Aufgabe, Entwicklung und Selbstverständnis der Staatsrechtslehre im Fokus.
Hans Kelsens Politische Philosophie
Hans Kelsens Abhandlungen zur Staats-, Rechts- und Demokratietheorie und deren erkenntnistheoretische, ethische und soziale Grundlagen werden in der Rechtswissenschaft, aber auch in den Sozialwissenschaften und der Philosophie weitgehend marginalisiert. Dabei sind die Analysen dieses "Jahrhundertjuristen" zum Wesen und Wert, zur Verortung und Verteidigung der Demokratie als Herrschafts- und Lebensform von großer Originalität und Aktualität. Kelsen argumentiert für einen normativistischen Rechtspositivismus, ein Recht ohne Gerechtigkeit, eine Theorie des Staates ohne Staat, eine Demokratie ohne Demos, eine Gesellschaft ohne Gemein- oder Volkswillen - und beharrt zugleich auf der Verbindlichkeit demokratischer Entscheidungen im Bewusstsein eines unüberwindbaren Werte-Relativismus. Die interdisziplinären Beiträge in diesem Band widmen sich den Grundlagen und Potentialen dieser Politischen Philosophie Kelsens, nicht zuletzt mit Blick auf ihre Anschlussfähigkeit an zeitgenössische Diskussionen.
Hans Welzel und der Nationalsozialismus
Der deutsche Strafrechtsprofessor Hans Welzel (1904-1977) war einer der bekanntesten Strafrechtler der Nachkriegszeit. Zu seinen größten wissenschaftlichen Erfolgen zählt bis heute der Beschluss des BGH vom 18.03.1952 (BGHSt 2, 194), in dem sich der Große Senat im Streit um die Behandlung des Verbotsirrtums der von Welzel vertretenen Schuldtheorie anschloss. Jedoch wurden in jüngerer Zeit vereinzelt Stimmen in der Literatur laut, dass dieser historische BGH-Beschluss den NS-Tätern in den Nachkriegsprozessen zu milden Strafen verholfen habe - und diese politische Auswirkung keineswegs ein Zufall gewesen sei. Ebenso hat man festgestellt, dass Welzel sich bereits in der Zeit des NS-Regimes (straf-)rechtswissenschaftlich zu positionieren wusste. Heike Stopp geht der Frage nach, welchen Einfluss Welzel tatsächlich auf das nationalsozialistische Strafrecht ausübte und untersucht anschließend, welche Auswirkungen der berühmte Beschluss des BGH vom 18.03.1952 auf die Bestrafung der NS-Täter nach 1945 hatte.
Hans Tietmeyer: Ein Leben für ein stabiles Deutschland und ein dynamisches Europa
Lambsdorff-Papier, Deutsche Einheit, Euro: Hans Tietmeyer war so einflussreich wie sonst kaum jemand in der Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik im Nachkriegsdeutschland. Bekannt war er als Bundesbankpräsident vor allem für seine konsequente Stabilitätsorientierung, der die politischen Lager spaltete. Politikinteressierten ist er meist als letzter Hüter der D-Mark in Erinnerung. Sein großer Einfluss ist öffentlich aber bisher nicht bekannt, denn nur Eingeweihte können sein Wirken bewerten. Das vorliegende Buch schließt diese Lücke durch Hintergrundgespräche mit Tietmeyer selbst und 22 seiner Wegbegleiter, darunter Jens Weidmann, Theo Waigel oder Jean-Claude Trichet. Durch die Verknüpfung mit dem bisher unveröffentlichten Privatarchiv Tietmeyers werden neue und brisante Details über die jüngere Wirtschaftsgeschichte ans Tageslicht befördert. Wie ist das Lambsdorff-Papier entstanden? Wie kam es zum umstrittenen Umtauschkurs zwischen D-Mark und Ost-Mark, und warum hat Tietmeyer bei der Euro-Einführung versucht Zeit zu gewinnen?Die Interviews werden als digitales Zusatzmaterial online zur Verfügung gestellt.
Hans Kelsen

Hans Kelsen

Thomas Olechowski

Mohr Siebeck
2021
sidottu
Die vorliegende Biographie widmet sich dem bewegten Leben Hans Kelsens, des wohl bedeutendsten Rechtsphilosophen des 20. Jahrhunderts. In seinem Lebensweg, der ihn von Prag und Wien über Köln, Genf und andere Stationen bis nach Berkeley in Kalifornien führte, spiegeln sich die letzten Jahre der Habsburgermonarchie, die beiden Weltkriege, Aufstieg und Niedergang der Demokratie in der Zwischenkriegszeit, die Gründung der UNO und vieles mehr wider. Der überzeugte Befürworter einer parlamentarischen Demokratie wurde "Architekt" des noch heute in Österreich geltenden Bundes-Verfassungsgesetzes von 1920. Mit der von ihm entwickelten Reinen Rechtslehre, die u.a. die theoretische Grundlage für die moderne Verfassungsgerichtsbarkeit lieferte, hat er weltweit Beachtung gefunden; seine Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt."Dabei stellt Olechowski explizit nicht das Werk, sondern die Person Kelsens und dessen Lebensweg in den Mittelpunkt. […] Thomas Olechowski hat diesen Weg in erschöpfender Gründlichkeit bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet. Sein Buch, reife Frucht von anderthalb Jahrzehnten intensiver Arbeit, ist ein Meilenstein der Kelsen-Literatur." Horst Dreier FAZ 21.08.2020, 10"Ein großer Wurf ist Olechowskis Buch deshalb, weil es die Wegmarken von Kelsens Lebenslauf meisterlich mit seiner Denkbiographie verbindet. [...] Während die Ideen seiner Widersacher längst vergilbt sind, ist Kelsens Werk frisch und lebendig […]" Franz Leander Fillafer Die Presse 26. September 2020, Beilage "Spectrum", V"Olechowskis Arbeit leistet die notwendige Voraussetzung für einen 'historical turn' auch in der Kelsen-Forschung. […] Das Buch richtet sich auch an alle, die sich für die ehemalige Wiener Kultur und deren Fortsetzung im Exil interessieren. Infolge dieser Biographie wird […] Kelsen wohl auch jenseits seines Faches Beachtung erfahren - etwa in den Geschichts- und Kulturwissenschaften." Péter Techet H-Soz-Kult http://www.hsozkult.de/publicationreview/ 03.11.2020
Hans Kelsen in America - Selective Affinities and the Mysteries of Academic Influence
This volume explores the reasons for Hans Kelsen’s lack of influence in the United States and proposes ways in which Kelsen’s approach to law, philosophy, and political, democratic, and international relations theory could be relevant to current debates within the U.S. academy in those areas. Along the way, the volume examines Kelsen’s relationship and often hidden influences on other members of the mid-century Central European émigré community whose work helped shape twentieth-century social science in the United States. The book includes major contributions to the history of ideas and to the sociology of the professions in the U.S. academy in the twentieth century. Each section of the volume explores a different aspect of the puzzle of the neglect of Kelsen’s work in various disciplinary and national settings. Part I provides reconstructions of Kelsen’s legal theory and defends that theory against negative assessments in Anglo-American jurisprudence. Part II focusesboth on Kelsen’s theoretical views on international law and his practical involvement in the post-war development of international criminal law. Part III addresses Kelsen’s theories of democracy and justice while placing him in dialogue with other major twentieth-century thinkers, including two fellow émigré scholars, Leo Strauss and Albert Ehrenzweig. Part IV explores Kelsen’s intellectual legacies through European and American perspectives on the interaction of Kelsen’s theoretical approach to law and national legal traditions in the United States and Germany. Each contribution features a particular applications of Kelsen’s approach to doctrinal and interpretive issues currently of interest in the legal academy. The volume concludes with two chapters on the nature of Kelsen’s legal theory as an instance of modernism.
Hans-Georg Gadamer

Hans-Georg Gadamer

Jon Nixon

Springer International Publishing AG
2017
nidottu
This book provides an introduction to Hans-Georg Gadamer’s thinking and shows how it might inform our own thinking about education as a lifelong process of engaging with one another and with the wider world. He insisted on the supreme importance of prior learning, but also on the unpredictability of human understanding and on the possibility of new and unforeseeable beginnings. Having lived through the catastrophe of two world wars, he became an important voice in the debate on the future of a reunified Germany and the role of the university in shaping the values and outlook of the new Europe.His work is of immense significance for all those involved in the education of future generations. 'In Gadamer: The Hermeutical Imagination, Jon Nixon has pulled off quite a feat. In his customary lucid, accessible and dialogical style, we are treated to a masterly tour that both opens the complex thinking of Hans-Georg Gadamer and draws out its implicationsfor our understanding of education. In the process, a strong critique emerges of contemporary instrumental approaches to education. Many will assuredly gain much from this enjoyable text, both those interested in Gadamer as such and those working in the philosophy of education.'Ronald Barnett, Emeritus Professor of Higher Education, UCL Institute of Education, UK‘This book simultaneously invites the reader to engage with the transformative potential of education and provokes the reader to imagine an educational landscape that values freedom, democracy and authenticity. Jon Nixon skilfully and eloquently draws the reader into the philosophies, life and legacy of Hans-Goerg Gadamer, a key thinker of the 20th century. Meticulously researched, this original study offers a biographical insight as well as critical commentary on Gadamer’s contribution to wider educational debates. An impressive contribution to the field.’Tanya Fitzgerald, Professor of History of Education, La Trobe University, Australia‘Gadamer: The Hermeneutical Imagination provides an excellent introduction to Gadamer's key ideas. Jon Nixon draws his readers into a conversation with Gadamer, inviting them to imagine the possibility of applying Gadamer's hermeneutical philosophy to their own educational practice. It is essential reading for all those who have an interest in – and commitment to – the future of education.’ Feng Su, Senior Lecturer in Education, Liverpool Hope University, UK
Hans J. Morgenthau and the American Experience

Hans J. Morgenthau and the American Experience

Springer International Publishing AG
2017
sidottu
This edited volume covers the development of the thought of the political realist Hans J. Morgenthau from the time of his arrival in America from Nazi-dominated Europe through to his emphatic denunciation of American policy in the Vietnam War. Critical to the development of thinking about American foreign policy in the post-war period, he laid out the idea of a national interest defined in terms of power, the precarious uncertainty of the international balance of power, the weakness of international morality, the decentralized character of international law, the deceptiveness of ideologies, and the requirements of a peace-preserving diplomacy. This volume is required reading for students of American foreign policy, and for anyone who wishes to understand the single most important source of the ideas underpinning American foreign policy since the end of the Second World War.