Dass sich moderne Gesellschaften in ihrem Denken und Handeln seit dem 18. Jahrhundert zunehmend auf die Zukunft ausrichten, stellt nicht das Ergebnis eines nat rlichen Prozesses dar, sondern ist auf eine komplexe Diskursformation zur ckzuf hren: das moderne Zeitregime. Seinen deutlichsten Ausdruck findet diese Zeit- und Geschichtskonzeption in der Fortschrittsidee, die sich geradezu als Mythos der Moderne bezeichnen l sst. Die Studie zeichnet die zwischen Affirmation und Kritik schwankende Haltung Friedrich Schillers, Heinrich Heines und Gottfried Kellers gegen ber diesem Schl sselkonzept der Moderne nach. Artikulieren die drei Autoren in ihren fr hen Schriften noch die Hoffnung auf die "Emanzipation der ganzen Welt" (Heine), so nehmen sie in ihren Sp twerken auch die Kosten und Opfer des Fortschritts in den Blick wie insbesondere die Naturzerst rung und die Unterwerfung der au ereurop ischen V lker im Kolonialismus. Die Studie verbindet nicht nur literarische, geschichtsphilosophische, soziologische und postkoloniale Perspektiven, sondern wirft zugleich ein Schlaglicht auf die multiplen Krisen unserer Gegenwart, in der die Fortschrittsidee l ngst ihre Anziehungskraft verloren hat, ohne dass ein Ersatz erkennbar w re.