Hermann Rein Und Die Flugmedizin: Erkenntnisstreben Und Entgrenzung
Katharina Trittel
Brill Schoningh
2018
sidottu
Die Laufbahn des G ttinger Flugmediziners Hermann Rein (1898-1953) steht stellvertretend f r die Karrieren einer Forscherelite zwischen dem Kaiserreich und der jungen Bundesrepublik. Die deutschen Flugmediziner jener Zeit, meist selbst Piloten seit dem Ersten Weltkrieg, bauten in den Universit ten, im Milit r und in der Luftfahrtforschung ein stabiles Netzwerk auf. Getrieben von einem Erkenntnisstreben, das in Entgrenzung umschlug, beteiligten sie sich auch an Menschenversuchen. Katharina Trittel zeichnet ein Portr t Hermann Reins. Sie zeigt, wie sein Selbstverst ndnis als Angeh riger einer opferbereiten Elite, die Behauptung einer "reinen" Wissenschaft und der Mythos der "sauberen" Wehrmacht das Selbstverst ndnis der Flugmediziner seiner Generation pr gte. Durch ihr Handeln stabilisierten diese Forscher nicht nur das NS-Unrechtssystem. Ihre Rechtfertigungen und ihr Selbstbild wirkten deutlich ber die Zeit zwischen 1933 und 1945 hinaus.