German description: Zu okumenischen Dialogen gehort es, sich der je eigenen Tradition bewusst zu sein, da nur so ein differenzierender Konsens moglich ist. Beides gehort zu den Grundprinzipien okumenischer Arbeit, wie sie im Institut fur Okumenische Forschung in Strassburg entwickelt wurden und manche der okumenischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte erst ermoglicht haben. In diesem Sinne widmet sich die Festgabe fur Theodor Dieter, den langjahrigen Direktor des Instituts, den okumenischen Herausforderungen gegenwartiger Lutherforschung. Namhafte internationale Expertinnen und Experten vor allem aus Deutschland und den USA tragen aus ihrer Sicht aktuelle Forschungsergebnisse und okumenische Gesichtspunkte zu diesem Band bei, der auf eine Tagung am Strassburger Institut im Marz 2022 zuruckgeht. English summary: Constitutive for ecumenical dialogue is to be aware of one's own tradition, as differentiating consensus is only achievable on this base. Both are part of the basic principles of ecumenism developed at the Institute for Ecumenical Research in Strasbourg that have made some of the ecumenical progress of recent decades possible. This volume for Theodor Dieter, the long-time director of the Institute, is dedicated to the ecumenical challenges of contemporary Luther research. Renowned international experts, especially from Germany and the USA, contribute current research results and ecumenical points of view to this volume, which goes back to a conference at the Strasbourg Institute in March 2022.
G. Th. Fechners widerspruchliches Werk gibt dem Wissenschaftshistoriker Ratsel auf: Der Begrunder der Psychophysik, Mediziner und Naturwissenschaftler, befasste sich mit grossem Engagement mit experimenteller Asthetik, spekulativer Metaphysik und Spiritismus. Selbst fur seine Zeitgenossen schien zwischen dem exzellenten Physiker und dem Erforscher des Seelenlebens der Pflanzen und des Lebens nach dem Tode eine -Spalte im Forscher selbst- zu bestehen. Bei dem Versuch, die vielfaltigen und oft divergierenden Intentionen in Fechners Werk auch in ihrem biographischen Zusammenhang zu rekonstruieren, kam die Autorin zu uberraschenden Ergebnissen: Fechners Denken strukturierte sich in seiner lebenslangen fieberhaften Suche nach einer ganzheitlichen Weltanschauung, der -Tagesansicht-. Auf diesem Wege fand er das Weber-Fechnersche-Gesetz. Ohne die Fechnersche Metaphysik hatte es keine Fechnersche Psychophysik gegeben "
Mit Bezug auf den zeitgenoessischen Altersdiskurs untersucht die Autorin Fontanes Darstellung von Alter in den Romanen "Cecile", "Effi Briest", "Der Stechlin", "Frau Jenny Treibel", "Irrungen, Wirrungen" und "Mathilde Moehring". Mit den Methoden der kognitiven und pragmatischen Literaturwissenschaft macht die Figurenanalyse das Alter als soziale Konstruktion sichtbar. Die Interaktion von Autorenstrategie und Leserwahrnehmung ist dabei von besonderer Bedeutung. Das Selbstverstandnis der Alten, ihr Verhaltnis zu Tradition und Moderne, ihre Beziehung zur jungen Generation und ihre Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod bilden die inhaltlichen Schwerpunkte. Die Analyse der Kategorie Alter ermoeglicht eine neue Sicht auf die Romane und auf bisher wissenschaftlich weniger diskutierte Figuren.