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Ärzte, Gesundheitswesen und Wohlfahrtsstaat

Ärzte, Gesundheitswesen und Wohlfahrtsstaat

Gabriele Moser

Centaurus Verlag Media KG
2015
nidottu
Vor dem Hintergrund der Argumentation der parteipolitisch liberalen Politiker in den Bundestagsdebatten um die Umstrukturierungen des Gesundheitswesens und der Sozialversicherung muten die historischen Debattenbeiträge der Vertreter des Ärztestandes der 1920er Jahre seltsam aktuell an. Es sind zwei zentrale Punkte, die damals in den Reden auf den Ärztetagen stets angesprochen wurden: Der sinkende Verdienst der (Kassen-) Ärzte, der nur durch die Einnahmen aus der Privatpraxis kompensiert werden könne und das sinkende Ansehen des Arztberufes, das aus dem Verlust ärztlicher Handlungsfreiheit resultiere, indem Krankenkassen und Gesetzgeber den ‚freien’ Beruf mit Handlungsrichtlinien einschnürten.Die vorliegende Arbeit, selbst bereits zwei Jahrzehnte alt, aber als sozialhistorische Untersuchung aufgrund der Quellennähe und –dichte immer noch lesenswert, versucht, dieses Phänomen der (scheinbaren?) Konstanz zu untersuchen. Beginnend mit der Professionalisierung des Arztberufes seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und der Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung wird die Veränderung nachgezeichnet, die der Arztberuf durch die Erschliessung dieses neuen, großen ‚Marktes’ an Kranken erfährt. Während die Berufsausübung und die Stellung des Arztes im System der Gesundheitsversorgung neue Formen annahmen, blieb die soziale Herkunft der Professionsangehörigen im untersuchten Zeitraum relativ stabil und sozial exklusiv. Medizinstudierende stammten zu einem höheren Prozentsatz aus höheren Einkommesschichten als die meisten anderen Studierenden – ein Befund, der für die ärztlichen Standespolitiker in noch höherem Maße zutrifft. Dass die soziale Herkunft die Sichtweise auf die Kassenkranken prägt, wird anhand des Verbandsorgans „Ärztliches Vereinsblatt/Deutsches Ärzteblatt“ herausgearbeitet.
Der Fall Velázquez

Der Fall Velázquez

Wolf Moser

Allitera Verlag
2006
pokkari
Dieses Buch gibt - endlich! - Antworten auf die hartnäckigen Rätsel der Gemälde von Diego Vel?zquez. Wolf Moser vertritt keine neuen Ansichten, sondern legt handfeste, unerwartete Funde vor. Das führt zu schlüssigen Deutungen der verzwicktesten Bilder: ?Venus und Cupido?, das Kirchengemälde ?Josephs Rock?, eine Halbfigur, genannt ?Die Dame mit dem Fächer, das letzte Brustbild Philipps IV. und natürlich ?Las Meninas?. In der Abfolge ihrer Interpretation entfaltet sich vor dem Leser der Fächer aus Gaben, Einfällen und Kunstmitteln des Malers. Moser deutet die faszinierend geheimnisvolle Palastszene ?La Familia?, die, 1656 gemalt, in ihrer vorgetäuschten Alltäglichkeit seither Wißbegier und Scharfsinn der Betrachter angestachelt hat. Die Fachwelt nennt das Rätselbild ?Las Meninas?, sie weiß zwar längst Bescheid über jede sichtbare Komponente, nur nicht, was ?Die Hoffräulein? letztlich vorführen. Moser hat die Vorbilder gefunden; enttarnt ist das ?Trojanische Pferd?, aufgedeckt der Vel?zquezsche Listenreichtum.