Die meisten m ssen arbeiten, um essen zu d rfen, essen, um wieder arbeiten zu k nnen und so, mit Sorge, M he und ein bi chen Gl ck, mahlen sie die ihnen zugeteilten Tage ab. Herr Sebastian Wenzel hatte das nicht n tig. Da er einmal selbst, treu und bed chtig, an dem Maschinenrad des Alltags mitgedreht hatte, lag weit zur ck. Er wu te es selbst nicht mehr. Jetzt war ihm das Essen ein Genu , f r den er sich durch regelm ige Spazierg nge, kalte Abreibungen, angenehme Gedanken und kleine Arzneien frisch und aufnahmef hig erhielt. An Regentagen, an denen er aus Furcht vor Rheumatismus und anderen Erk ltungserscheinungen niemals das Zimmer verlie , sorgte er f r die notwendige Bewegung des Blutes, indem er sich einem kleinen rger heftig, aber nicht bertrieben, hingab. Verdru findet sich genug in der Welt. Wird zum Beispiel je eine K chin begreifen, da eine Prise Salz mehr oder weniger den Geschmack eines Gerichtes vollst ndig ver ndert? Oder: da das k stlichste St ck Lende, nur den Bruchteil einer Sekunde zu lang auf dem Rost gelassen, z h und ledern zu werden beginnt? Da eine Omelette souffl e - brigens eines der delikatesten Gerichte der Welt - sofort vom Backofen aus auf den Tisch gebracht werden mu ? Wird sie das je begreifen? Niemals. Oder ein andrer Verdru , der Herrn Sebastian Wenzel gerade heute wieder traf: Er wartet mit der Uhr in der Hand auf die einzige Zerstreuung des verregneten Tages: Die Zeitung. Er klingelt und sagt, da die Zeitung l ngst da sein m sse, aber erh lt zur Antwort, da sie bei Regenwetter immer sp ter k me. Schlie lich geht er selbst hinaus, schl gt den Rockkragen hoch und ffnet vorsichtig die Hintertreppent r. Richtig, da liegt das Blatt vor der Schwelle, und wirklich ist auch schon ein nasser Stiefel dar ber hinweggetreten. Er hat seit Jahr und Tag einen breiten Kasten mit Luftl chern und Nickelschlo anbringen lassen, aber noch niemals durfte dieser Beh lter seine Bestimmung erf llen.