Die Novelle "Mathilda" war Mary Shelleys zweite literarische Arbeit nach ihrem Erstlingswerk "Frankenstein". Der brisante Inhalt (Inzest zwischen Vater und Tochter) h tte zur Zeit der Niederschrift (1819) zu einem Skandal f hren k nnen. Marys Vater William Godwin unterdr ckte eine Ver ffentlichung, um "Missverst ndnissen" vorzubeugen. Das Manuskript schlummerte in seinem Nachlass, so dass die Erstver ffentlichung erst im Jahre 1959 erfolgte. Die Geschichte einer zu engen Vater-Tochter-Beziehung wird heute keinen gesellschaftlichen Eklat mehr hervorrufen; doch als Darstellung der inneren Konflikte einer jungen Frau, die an dem Widerspruch zwischen ihren Gef hlen und den gesellschaftlichen Anspr chen zerbricht, und als Beispiel f r die Melancholie und Todessehnsucht der englischen Romantik ist sie durchaus auch heute noch lesenswert.