Die 1781 unter dem Titel "Memorie degli Architetti antichi e moderni" in Parma erschienene dritte Edition der "Vite de' pi Celebri Architetti d'ogni nazione, e d'ogni tempo precedute da un Saggio sopra l'Architettura" Francesco Milizias erw hnte neben drei weiteren Vicentiner Architekten erstmals auch Ottavio Bertotti Scamozzi. Ruhm und Anerkennung erhielt Bertotti Scamozzi vor allem durch seine Publikation mit den Neuvermessungen und Neuzeichnungen der Bauten Andrea Palladios. Der Name Ottavio Bertotti Scamozzis wird in der Architekturgeschichte eng verkn pft mit dem des ber hmten Vicentiner Architekten, mehr noch als mit dem Vincenzo Scamozzis, der im eigentlichen Sinn Namensgeber Bertottis war. Vincenzo Scamozzi, der Palladio-Vollender', blieb unverheiratet und hinterlie keine Kinder. Sein Verm gen vermachte er testamentarisch einer Stiftung unter Leitung der Marchesi Capra, um begabten, aber mittellosen Studenten ein Architekturstudium zu erm glichen. Um dieses Stipendium zu erhalten, mussten die Studenten lediglich den Namen des Stifters annehmen. Dank diesen Erbes konnte Ottavio Bertotti zwei Jahrhunderte sp ter achter Adoptivsohn' Scamozzis werden. Seine von der Kunst- und Architekturgeschichte zwar durchaus anerkannte, aber wenig erforschte Bedeutung liegt in seinem Hauptwerk "Le Fabbriche" begr ndet. Als gl hender Palladio-Verehrer" ist seine Rolle durch die Neuedition der palladianischen Bauten nicht unerheblich f r die Verbreitung des palladianischen Stils in der Welt, vor allem im Zuge des aufkommenden Klassizismus. Aus den wenigen Brief-Fragmenten gewinnt man den Eindruck einer reservierten Pers nlichkeit und eines pedantischen Beobachters. Als eifriger und gewissenhafter Student, Architekt und Architekturtheoretiker hat er sich verdient gemacht.