Alfred Andersch 'Revisited'
de Gruyter
2011
sidottu
So spektakular W.G. Sebald die Beziehung zwischen Leben und Werk Alfred Anderschs skandalisierte, so entschieden lehnte man vor allem in Deutschland diesen Ansatz als unzulassiges Verquicken von strikt zu Trennendem ab. Deshalb bleibt bis heute offen, wie sich bei Andersch literarische Konstruktion und lebensgeschichtlicher Stoff tatsachlich zueinander verhalten. Zur Klarung dieser Frage arbeiten nun Literatur- und Geschichtswissenschaftler eng zusammen. Konnte es sein, dass gerade Autoren wie Andersch, die sich selber als non-konformistisch bezeichneten, zu "Konformisten eines biografischen Moralismus" (U. Wittstock) wurden, der es ihnen erschwerte, sich zu Zugestandnissen an das NS-Regime, und seien es vergleichsweise geringe, nachtraglich zu bekennen? Auch die Motivationslagen Sebalds werden in den hier prasentierte Beitragen angesprochen und diskutiert. Die Ergebnisse durften fur alle interessant sein, die sich mit Problemen und Verdiensten der deutschen Nachkriegsliteratur beschaftigen.