Trotz aller pessimistischen Prognosen hat das wohl als typisch mittelständisch anzusehende Handwerk im Verlaufe des Industrialisierungsprozesses seine Lebens fähigkeit bewiesen. Die Gründe für die Stabilität handwerklicher Betriebsformen sind in der Anpassungsfähigkeit an die sich wandelnden wirtschaftlichen Bedin gungen und in der Bereitschaft vieler Handwerker zur übernahme neuer Aufgaben zu suchen. Vor allem die Ausweitung des Tätigkeitsbereiches zum Handel hin sieht der Verfasser als maßgeblich für die Existenzsicherung vieler selbständiger Handwerksbetriebe an. Die vorliegende Abhandlung untersucht die Wandlung des handwerklichen Aufgabengebietes und seine Ausweitung auf den Einzelhandel mit Premderzeug nissen. Sie wurde als freie wissenschaftliche Arbeit von Professor Dr. Dr. h. c. Rudolf Seyffert zur Vorlage bei der Diplomprüfung für Kaufleute an der Uni versität zu Köln angenommen. Nach dem Erscheinen der ersten Ergebnisse der ständigen Handwerksbericht erstattung des Statistischen Bundesamtes wurden die statistischen Angaben über den Umfang der Einzelhandelstätigkeit des Handwerks in der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahre 1961 ergänzt und die Darstellung unter Berücksichti gung der jüngsten Entwicklung neu gefaßt. Die erst während der Drucklegung veröffentlichten Zahlen für 1962 konnten nicht mehr in die Tabellen aufgenommen werden. Eine Änderung des Entwicklungstrends der Einzelhandelstätigkeit des Handwerks ist aus ihnen nicht zu erkennen.
Da der Vortrag am 16. Dezember 1970 aus zeitlichen wie gesundheitlichen Gründen verkürzt werden mußte, somit nur eine Hauptgedankenlinie in freier Rede vorgetragen werden konnte, so hat der Verfasser nunmehr den ursprünglich im Manuskript vorgesehenen Aufbau wiederhergestellt und ins besondere die Abschnitte über die neue öffentlichkeit sowie über die poli tische Funktion und Wirksamkeit der Volkskirche wieder eingefügt. Diese Abschnitte sind für den Druck erweitert worden. Das gleiche gilt von den Schlußfolgerungen. Der Verfasser ist sich völlig der Tatsache bewußt, daß das schwierige und vielschichtige Thema eigentlich nur in einer groß an gelegten Monographie zureichend behandelt werden kann. Hier werden nur einige wenige Hauptansichten des Problems dargeboten, die für dessen Verständnis und für die Einführung in das Problem unerläßlich sein dürften. Das Manuskript wurde am 20. 6. 1971 abgeschlossen. Münster i. W. , Anfang Juli 1971 H. -D. Wendland Inhalt Vorbemerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 I. Zur Diskussion über das Ende des Konstantinischen Zeitalters . . 10 II. Bemerkungen zur Genese von Begriff und Sache . . . . . . . . . . . . . . 13 III. Die Volkskirche als Kirche der Kleinkindertaufe . . . . . . . . . . . . . . 20 IV. Die Parochie als lokale Repräsentation der Volkskirche . . . . . . . . 27 V. Neue öffentlichkeit? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 VI. Die politische Funktion und Wirkung der Volkskirche . . . . . . . . 44 a) Die politische Funktion im Zeitalter des Staatskirchentums . . 44 b) Volkskirche und Nationalismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 c) Die politische Dimension der Kirche Christi . . .. . . . . . . . . . . 48 VII. Schlußfolgerungen. Die Last des historischen Christentums . . . . 59 a) Das Schema der Emigrationen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 b) Die ökumenische Perspektive . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 c) Die Frage nach dem Sinn der volkskirchlichen Tradition . . . . 66 Summary. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .