Obdachlose geh ren zum st dtischen Alltag. Sie sind sichtbar und werden zugleich kaum wahrgenommen. Nadine Recktenwald blickt in die historischen R ume der Obdachlosen wie Asyle, Notunterk nfte und selbstangeeignete Orte. Sie untersucht deren Erfahrungen mit urbanen Strukturen, sozialstaatlichen Ma nahmen und gesellschaftlicher In- und Exklusion. In der Weimarer Republik profitierten Obdachlose erstmals von kommunaler Sozialf rsorge. Zugleich blieb Obdachlosigkeit bis 1974 ein Straftatbestand. Diese Ambivalenz zwischen F rsorge und Strafe erm glichte Handlungsspielr ume f r die Betroffenen ebenso wie f r die staatlichen Akteure. Insbesondere aber nicht nur im Nationalsozialismus wurden Obdachlose verdr ngt und verfolgt. Mit einem raumanalytischen Ansatz, umfangreichen Quellen und Einzelbiografien erforscht die Autorin, wie Obdachlose spezifische soziale Praktiken ausbildeten, um ihre gesellschaftliche Position zu beeinflussen. Eindrucksvoll zeigt sie die Interaktionen der Betroffenen untereinander ebenso wie mit mtern, der Justiz und den st dtischen ffentlichkeiten. Eine aufschlussreiche Sozial- und Stadtgeschichte der Obdachlosen in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik.