Nadja Braun Binder untersucht die Handlungsformen der Rechtsangleichung in der EU im Bereich der direkten Steuern. Zu diesem Zweck analysiert sie die primärrechtlich vorgesehenen Maßnahmen und eruiert die tatsächlich genutzten Instrumente. Dazu gehören neben den Richtlinien, den Formen der negativen Rechtsangleichung durch die Rechtsprechung des EuGH oder den Beihilfenaufsichtsverfahren auch die Maßnahmen des Soft Law. Die Autorin zeigt auf, dass die tatsächlich verwendeten Handlungsformen verschiedentlich miteinander gekoppelt sind und sich teilweise gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Dies trifft in besonderer Weise für die Soft-Law-Maßnahmen und die Rechtsprechung des EuGH zu. Damit diese Korrelationen in den Blick genommen und in ihrer Tragweite erfasst werden können, ergänzt die Autorin die bislang häufig dualistisch ausgerichtete Einteilung in positive und negative Rechtsangleichung um Kategorien der legislativen, judiziellen und exekutiven Rechtsangleichung.
Die nationalsozialistische Disziplinaramnestie vom 23. Juni 1933 ("Gesetz über die Aufhebung der im Kampf für die nationale Erhebung erlittenen Dienststrafen und sonstigen Maßregelungen") bestimmte die vollumfängliche Rehabilitierung solcher Beamter, die vor 1933 aus nationalsozialistischer Gesinnung heraus Disziplinarstrafen oder sonstige Maßregelungen aufgrund ihres Eintretens gegen die Weimarer Republik erfahren hatten. Mit dem Erlass der Amnestie verdeutlichten die Nationalsozialisten, dass auch für die Beamtenschaft eine neue Ära angebrochen war. Das Gesetz wurde als eine einseitige Zweckamnestie und ein Spezialpardon für die alten Nationalsozialisten in der Beamtenschaft konzipiert. Nadja Krüll untersucht diese Rechtsvorschriften in der Theorie, aber auch ihre Anwendung in der Praxis.
Die Organhaftung zeigt eine beweisrechtliche Besonderheit: Nicht die Gesellschaft muss die Pflichtverletzung beweisen, sondern das Organmitglied muss sich nach § 93 Abs. 2 Satz 2 AktG (analog) entlasten. Die Beweislastumkehr wirft in der Praxis eine Reihe von Problemen auf, und auch ihre theoretische Fundierung harrte bislang einer abschließenden Klärung. Nadja Danninger beleuchtet das Thema nach einer beweisrechtlichen Einführung aus fünf Blickwinkeln: Rechtsgeschichte, Rechtsdogmatik, Rechtspraxis, Rechtsvergleichung und Rechtspolitik. Die Verfasserin legt die römisch-rechtlichen Wurzeln ebenso frei wie die höchst unterschiedliche Behandlung der Beweislastfrage in 15 untersuchten Rechtsordnungen. Neben der Analyse der Theorie untersucht sie ausgewählte praktische Konstellationen und zeigt damit auf, wie der beweisrechtliche Balanceakt in Theorie und Praxis gelingen kann.
The volume deals with the fundamentals of the contemporary relations between civic actors and state power structures. The main focus lies on public control of armed forces and the question of why civilians should have a vigilant eye on the military institution as well as the civilian authority that legitimizes the use of force. Based on the example of conscription and recruitment as an intersection between the military and society, this study engages in an analysis of institutional change in the politico-military field in post-Soviet Russia. Taking a critical stance on conventional military sociology, the book shifts the focus away from the exclusive power relationship between political and military elites in the context of national security. Instead, it takes into consideration human and societal security, i.e. the needs and demands of individuals and groups at the grassroots level, affected by the military and the prevailing security situation in Russia. The book addresses readers with an interest in civil-military relations, contemporary Russian affairs, and social movement theories.
The volume deals with the fundamentals of the contemporary relations between civic actors and state power structures. The main focus lies on public control of armed forces and the question of why civilians should have a vigilant eye on the military institution as well as the civilian authority that legitimizes the use of force. Based on the example of conscription and recruitment as an intersection between the military and society, this study engages in an analysis of institutional change in the politico-military field in post-Soviet Russia. Taking a critical stance on conventional military sociology, the book shifts the focus away from the exclusive power relationship between political and military elites in the context of national security. Instead, it takes into consideration human and societal security, i.e. the needs and demands of individuals and groups at the grassroots level, affected by the military and the prevailing security situation in Russia. The book addresses readers with an interest in civil-military relations, contemporary Russian affairs, and social movement theories.