Der Band schlie t die Text-Ausgabe der Tageb cher ab, die Marie von Ebner-Eschenbach durch viele Jahrzehnte f hrte. Insgesamt sind 36 Jahrg nge aus den Jahren 1862 bis 1909 im M hrischen Landesarchiv Br nn erhalten, weitere (bis 1916) von fremder Hand berliefert. Diese Tageb cher sind, der literarischen Bedeutung ihrer Autorin entsprechend, in mehrfacher Hinsicht bedeutungsvoll: biographisch, werkgenetisch, literarhistorisch (mit einer F lle von Aphorismen) und - das Leben einer Adeligen in der Habsburger Monarchie dokumentierend - kulturgeschichtlich. Der sechste Band umfa t das letzte Lebensjahrzehnt der Dichterin. Es ist die Zeit der sp ten Ehrungen. Nachdem sie 1900 als erste Frau die Ehrendoktorw rde der Universit t Wien erhalten hat, wird sie 1909/10 zum Ehrenmitglied der Schiller- und der Goethegesellschaft ernannt, sie erh lt den Elisabeth-Orden I. Klasse, und von Freunden wird ihr zu Ehren an ihrem achtzigsten Geburtstag der Ebner-Eschenbach-Fonds gegr ndet. In der literarischen ffentlichkeit gilt Marie von Ebner-Eschenbach nun unumstritten als die f hrende deutschsprachige Schriftstellerin. Es ist zugleich eine Zeit erstaunlicher Produktivit t. Neben ihren autobiographischen Schriften ("Meine Erinnerungen an Grillparzer") entstehen noch eine F lle neuer Erz hlungen, sie fa t Ver ffentlichtes und bislang noch Unpubliziertes in Auswahlb nden zusammen. Zugleich zeigt sich Marie von Ebner-Eschenbach als wache und kritische Beobachterin des Zeitgeschehens: angefangen von den st rker werdenden Nationalit tenkonflikten in der Habsburger Monarchie bis hin zum Ersten Weltkrieg, den sie anf nglich noch mit Zustimmung, dann aber mehr und mehr mit Skepsis und schlie lich mit Abscheu verfolgt.