Aus dem Inhalt: Die Antike blieb immer im Zentrum von Goethes Aufmerksamkeit. Er hat alle Nachrichten uber archaologische Entdeckungen mit wachstem Interesse verfolgt, er hat intensive Beziehungen zu den fuhrenden Philologen seiner Zeit unterhalten, hat mit Leidenschaft an den Debatten uber Mythologie Anteil genommen, hat sich mit Fragen der Rekonstruktion und der Ubersetzung antiker Texte beschaftigt, hat sich mit alter Geschichte, antiker Philosophie, Numismatik und Glyptik beschaftigt. ...] Sein dem Lesepublikum weitgehend unbekanntes grosses Alterswerk, die Zeitschrift Uber Kunst und Altertum, ist das bedeutendste Zeugnis fur diesen altertumskundlichen Universalismus Goethes, wie es zugleich auch das bedeutendste Zeugnis fur die Ausbildung seines Konzepts der Weltliteratur ist. ...] Naturlich fuhrten die Erkenntnisfortschritte der Altertumswissenschaften auch ihm Schritt fur Schritt vor Augen, dass die Vorstellung, es bei den Griechen mit einer hoher und zarter gestimmten Menschheit zu tun zu haben, einer historischen Fiktion gleichkam, und doch konnte er an dieser Vorstellung unbeirrt festhalten, weil die Kunst der Griechen fur ihn der Ausdruck einer solchen hoher und zarter gestimmten Menschheit blieb.