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Kirjailija

Heide Göttner-Abendroth

Kirjat ja teokset yhdessä paikassa: 11 kirjaa, julkaisuja vuosilta 2004-2023, suosituimpien joukossa Symbolik von Erde und Kosmos. Vertaile teosten hintoja ja tarkista saatavuus suomalaisista kirjakaupoista.

Mukana myös kirjoitusasut: Heide Gottner-Abendroth

11 kirjaa

Kirjojen julkaisuhaarukka 2004-2023.

Matriarchale Gesellschaften Der Gegenwart: Band II: Amerika, Indien, Afrika
English summary: Modern matriarchy research is once again making accessible this completely different form of society - which is not an inversion of patriarchy. The way in which we conceive of matriarchal societies is being increasingly enriched through comparative cultural analyses. This approach affects and alters every sociocultural area of our knowledge. Modern matriarchal research therefore now constitutes part of basic research. This volume continues comparative cultural analyses of contemporary matriarchal societies. It is particularly concerned with the large-scale forms of matriarchal societies, which disprove the prejudice that they are only small, isolated communities. The new paradigm of modern matriarchal studies is thus becoming increasingly richer in content. This expanded new publication of Volume II is devoted to contemporary matriarchal societies in Africa, India and the Americas. The previously published new edition of Volume I presents contemporary matriarchal societies in East Asia, Indonesia and the Pacific. The newly published Volume III (2019) focuses on the history of matriarchal societies and the emergence of patriarchy in western Asia and Europe. German description: Die moderne Matriarchatsforschung macht eine vollig andere Gesellschaftsform, die nicht die Umkehrung des Patriarchats ist, wieder zuganglich. So wird unsere Vorstellung von matriarchalen Gesellschaften Schritt fur Schritt immer reicher. Das beruhrt und verandert alle Bereiche unseres Wissens. In diesem Sinne ist die moderne Matriarchatsforschung heute Grundlagenforschung. Dieser Band beschreibt und analysiert anschaulich die matriarchalen Gesellschaften Afrikas, Indiens und Amerikas. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Grossformen dieser Sozialwesen. So wird das Vorurteil, dass es sich nur um kleine, isolierte Gemeinschaften handeln wurde, eindrucksvoll widerlegt. Die weltweite Perspektive Gottner-Abendroths lenkt den Blick bei allen Unterschieden der beschriebenen Weltregionen auf die grossen sozio-kulturellen Gemeinsamkeiten matriarchaler Gesellschaften.
Geschichte Matriarchaler Gesellschaften Und Entstehung Des Patriarchats: Band III: Westasien Und Europa
Die moderne Matriarchatsforschung hat durch vergleichende Untersuchungen aktuell bestehender matriarchaler Gesellschaften den Begriff "Matriarchat" neu bestimmt. Heide Gottner-Abendroth betrachtet durch diese grundlegenden Erkenntnisse die menschliche Kulturgeschichte neu und schafft so eine uberzeugende Erklarung bisher unverstandener gesellschaftlicher Muster. Das Verhaltnis der Geschlechter wird in einen umfassenden Rahmen gestellt und die Entstehung, Erscheinungsformen und Transformationen egalitarer matriarchaler Gesellschaftsmuster, sowie die Herausbildung patriarchaler Gesellschafts- und Herrschaftsformen kenntnisreich beschrieben. Der vorliegende Band behandelt den westasiatischen und europaischen Kulturraum von der Altsteinzeit bis in die Bronzezeit.
Matriarchale Landschaftsmythologie: Von Der Ostsee Bis Suddeutschland
English summary: In this book, Heide Gottner-Abendroth introduces landscape mythology research using the example of German landscapes. Here, material relicts of the Neolithic/ Bronze Age cultural layer are being analysed and linked to the surrounding landscape. This requires the extensive method of "intellectual archaeology", which the author has developed through years of intensive study both at home and abroad. She not only links archaeology and geography statements, but also uses mythology, folklore (folklore and customs) and language studies in an interdisciplinary manner. In this sense, the matriarchal landscape mythology is a partial area of securing evidence for early historic matriarchal cultures. German description: In diesem Buch stellt Heide Gottner-Abendroth landschaftsmythologische Forschungen am Beispiel deutscher Landschaften vor. Dabei werden materielle Relikte der jungsteinzeitlichen/bronzezeitlichen Kulturschicht analysiert und zu der sie umgebenden Landschaft in Beziehung gesetzt. Erforderlich ist dafur die umfassende Methode einer "geistigen Archaologie", die die Autorin unter jahrelangen intensiven Studien im In- und Ausland entwickelt hat. Es werden nicht nur Aussagen aus Archaologie und Geographie, sondern ebenso aus Mythologie, Volkskunde (Folklore und Brauchtum) und Sprachforschung interdisziplinar in einen Zusammenhang gestellt. In diesem Sinne ist die matriarchale Landschaftsmythologie ein Teilbereich der Spurensicherung in Sachen fruhhistorischer matriarchaler Kulturen.
Matriarchal Societies

Matriarchal Societies

Heide Göttner-Abendroth

Peter Lang Publishing Inc
2013
nidottu
This book presents the results of Heide Goettner-Abendroth’s pioneering research in the field of modern matriarchal studies, based on a new definition of «matriarchy» as true gender-egalitarian societies. Accordingly, matriarchal societies should not be regarded as mirror images of patriarchal ones, as they have never needed patriarchy’s hierarchical structures of domination. On the contrary, matriarchal patterns are socially egalitarian, economically balanced, and politically based on consensus decisions. They have been created by women and are founded on maternal values. This new perspective on matriarchal societies is developed step by step by the analysis of extant indigenous cultures in Asia, Africa, and the Americas.
Die Gottin Und Ihr Heros: Die Matriarchalen Religionen in Mythen, Marchen, Dichtung
Dieses Buch bietet eine Rekonstruktion der verdrangten, verdeckten und vergessenen matriarchalen Religionen und Spiritualitat. Der matriarchale Hintergrund der Gottinnengestalten, die in indischen, persischen, westasiatischen, agyptischen, griechischen, keltischen und germanischen Mythen vorkommen, wird durch eine vergleichende und patriarchatskritische Analyse wiedergewonnen; die Gestalten werden aus ihrem eigenen kulturellen Zusammenhang erklart. Darauf aufbauend wird gezeigt, wie die Symbol- und Handlungsmuster der matriarchalen Religionen und Spiritualitat in den internationalen Marchen weiterleben. Anschliessend wird anhand von grossen Epen des europaischen Mittelalters nachgewiesen, dass auf dem Boden von Mythologie und Marchen die Struktur der matriarchalen Religionen zur Grundlage von poetischen Stoffen europaischer Dichtung wird. Der grosse Einfluss sehr alter matriarchaler Denkformen auf unsere Kultur wird dadurch sichtbar. Dies wiederzuentdecken bedeutet, einen wesentlichen Teil unserer verschutteten Kulturgeschichte zuruckzugewinnen.
Frau Holle - Das Feenvolk der Dolomiten

Frau Holle - Das Feenvolk der Dolomiten

Heide Göttner-Abendroth

Ulrike Helmer Verlag UG
2005
nidottu
Frau Holle - eine Große Göttin? Die beliebte Geschichte von der alten Frau in den Wolken hält so manche Überraschung bereit. Aus einem reichen Schatz von Frau-Holle-Mythen lässt Heide Göttner-Abendroth das Bild einer Kultfigur lebendig werden, die das Leben der Menschen über Jahrtausende geprägt hat. Was wir als Märchen kannten, begegnet uns nun bemerkenswert anders ... In ihren literarischen Nacherzählungen einflussreicher Mythen hat Heide Göttner-Abendroth diesmal der Gestalt der Frau Holle und der Feenwelt der Dolomiten nachgespürt. Diese heute als >Kinder- und Hausmärchen< bekannten Mythen aus dem mitteleuropäischen Raum wurden einst ihres religiös-spirituellen Gehalts beraubt. Obwohl lange noch ein lebendiger Glaube an die helfende Macht der mütterlichen Göttin gepflegt worden war, fand mit der Verschriftlichung der Mythen endgültig eine Entfremdung von der matriarchalen Welt statt. Heide Göttner-Abendroth deckt reale Orte und Namen in den Märchen wieder auf und gibt ihnen den historischen und spirituellen Gehalt zurück. Die Figur der Frau Holle verkörpert den matriarchalen Jahreszeitenzyklus. Lange widersetzte sie sich der Patriarchalisierung; doch als sie diese nicht mehr aufhalten kann, nimmt sie ihren Segen mit sich fort. Auch am Mythenzyklus um das Feenvolk der Dolomiten lassen sich einschneidende historische Veränderungen exemplarisch ablesen. Diesen zu Unrecht vernachlässigten Erzählungen gibt Heide Göttner-Abendroth ihren Platz im System der Großen Göttinnenmythen zurück. Eine Fundgrube für geschichtlich Interessierte, Märchen- und SagenliebhaberInnen, für Eltern und Jugendliche, WissenschaftlerInnen und Laien. ---- Leseprobe Frau Holle Das ist das Rad der Zeit!?, sprach Frau Holle. ?Es hat euch fortwährend älter werden lassen bei seinem Gang, und mich verwandelte es in die göttliche Greisin am Ende dieses Jahres.? Mit diesen Worten warf sie ihren schweren Mantel ab, legte die hohe Haube nieder und gebot dem Mühlrad anzuhalten. Ächzend kam das Mühlrad zum Stillstand, und Frau Holle setzte sich oben darauf. ?Doch dieses Jahr ist um, es beginnt ein neues!?, rief sie von droben, ?auch ich will mich erneuern.? Und sie sagte den Zauberspruch: ?Was alt ist, wird jung durch einen Schwung!? Nun drehte sich das Mühlrad rückwärts. Schrumm, sauste es einmal herum, und nach dieser Umfahrt war die Göttin ein Jahr jünger geworden. Schrumm, ging die zweite Umfahrt, schrumm schrumm, noch eine und noch eine, und bei jeder Umdrehung wurde Frau Holle jünger. [...] Sie sprang herab und glich sich nun selbst, wie sie im März jeden Jahres das erste Knospen des Frühlings in alle Lande bringt. Licht war ihr Schleier und Taubenfedern ihr Kleid. [...] Die verjüngte Holle ergriff eine der Holden nach der anderen und warf sie auf das Mühlrad, sagte dazu den Spruch: ?Was alt ist, wird jung durch einen Schwung!? Und schrumm, mahlte das Rad rückwärts, machte eine nach der anderen wieder jung und schön wie zu Beginn des Jahres. Auch Erdschlange geschah dasselbe, im Wirbel der Speichen lief die Zeit für sie zurück, die bisher vergangen war, ohne dass sie vergaß, was sie gelernt und erfahren hatte. Glatt wurden ihre Hände und schön ihr Antlitz, Leichtigkeit fühlte sie wieder im Herzen. Das war das Geschenk der Frau Holle, dass sie ihre Priesterinnen verjüngte wie sich selbst. Doch eine Letzte stand noch da, ratlos schien sie und verloren. Zornig blickte die Göttin auf sie, sprach die strengen Worte: ?Schlecht hast du mir als Priesterin gedient! Faul warst du bei den Menschen, zu deren Hilfe ich dich aus-sandte, auch Geschenke hast du angenommen gegen mein Gebot. Verplaudert hast du deine Zeit und Geheimnisse enthüllt, die du hüten solltest. [...] Den Lohn dafür will ich dir geben!? Ohne Federlesens ergriff sie die untreue Priesterin, warf sie auf das Mühlrad und sagte dazu den Zauberspruch: ?Die Mühle mahlt, was jung ist, wird alt!? Schrumm, drehte sich das Rad nun wieder vorwärts, und ehe sich die Treulose besann, war sie ein Jahr älter geworden. Bei der nächsten Umfahrt war, schrumm, wieder ein Jahr herum, dann kam noch eins dazu und noch eins, rasend schnell verging die Zeit für sie. Die falsche Holde schrie und bat, wieder vom Rad herunter zu dürfen, aber es half ihr kein Jammern und Weinen, das Mühlrad lief unaufhörlich um und mahlte sie zu einer steinalten Frau. Als die Göttin sie herunterholte, war sie krumm und faltig geworden, die Arme hingen ihr welk am Leibe. So hatte sie ihr Leben mit ihren Unarten vertan. Sie wurde zur Erde zurückgeschickt ...
Fee Morgane - Der Heilige Gral

Fee Morgane - Der Heilige Gral

Heide Göttner-Abendroth

Ulrike Helmer Verlag UG
2005
nidottu
Keltische Tattoos, keltische Mandalas, Jahreskreisfeste und Baum-Magie, Romane über die Keltenkönigin Boudicia, Bücher über Parcival und die Arthursaga ... Das aktuelle Interesse an allem Keltischen und seinen Mythen ist gross. Aber wovon erzählen sie wirklich? Im zweiten Band ihrer literarischen Nacherzählungen der grossen Göttinnenmythen erschliesst Heide Göttner-Abendroth Zugänge zur frühen keltischen Literatur und mittelalterlichen Romanstoffen. Mehr noch: Sie öffnet Tore zu deren Vorgeschichte. Denn all die spannenden Stoffe wurden von den Dichtern aus alten keltischen Volkstraditionen übernommen, in denen sich grosse historische Umbrüche niederschlugen: Die Kelten waren die ersten indoeuropäischen Stämme, die in Europa einzogen - gegen den Widerstand einer dort bestehenden Kultur, die sie eroberten und zerstörten. Die magischen Eigenschaften der ?Feen? reflektieren ihre Stärke in dieser alten Welt. Der über Generationen dauernde Kampf und Widerstand der Feen und ihrer Heiligen Könige auf der einen Seite mit den keltischen Kriegerkönigen auf der anderen zeugt von langwieriger Unterwerfung. In den Romanen um die sagenhafte Gestalt des Königs Arthur spürt Heide Göttner-Abendroth der Welt der Feen nach und erhellt in ihren anschaulichen Nacherzählungen jene vorchristliche, vorpatriarchale Welt, die der Herrschaft der Kriegerkönige vorausging. Auch die berühmten Gralsmythen verweisen auf diese spirituelle und kultische Welt der Göttin: Das Grals-Szenario - das es in allen Teilen Europas, nicht nur im vorkeltischen Nordwesten gab - entspricht dem matriarchalen Kultdrama von Initiation, Heiliger Hochzeit, Tod und Wiederkehr. Parcival, der angebliche Gottessucher, entpuppt sich in dieser neuen Lesart vor unseren Augen als ein Sucher nach der Göttin. Heide Göttner-Abendroth, geb. 1941, ist Philosophin und Kultur- und Gesellschaftsforscherin. Sie hat zwei Töchter und einen Sohn. 1973 promovierte sie an der Universität München in Philosophie und Wissenschaftstheorie und lehrte anschließend zehn Jahre in München Philosophie. 1976 schloss sie sich der Neuen Frauenbewegung an, wurde zu einer Pionierin der Frauenforschung und zählt durch mehr als dreißigjährige Forschungsarbeit zu den Begründerinnen der modernen Matriarchatsforschung. 1986 rief sie die autonome ?Internationale Akademie HAGIA? bei Passau ins Leben, deren Leitung sie seither innehat. Leseprobe: Morgane ging ans Werk, aber Merlin folgte ihr, wo immer er konnte, und beobachtete alles, was sie tat. Da beschloss sie, sein Wirken zu beenden... Sie sattelte ihr Pferd, einen Rappen, schwarz wie die Nacht, ein Meerespferd, denn es lief so schnell übers Wasser dahin wie übers Land. Aus seinen roten Nüstern sprühten Funken, es flog mehr, als es lief, und so ritt Morgane aus Südengland davon, überquerte die Meeresenge und gelangte in die Bretagne. Bald erreichte sie den tiefen, dunklen Wald in des Landes Mitte, in dem die Töne vieler Gewässer zu hören waren, sprudelnde Quellen, plätschernde Bäche und das Rauschen kleiner Flüsse. Sie kam zum silbrigen Spiegel des Sees im Wald von Broc?liande. Dort blieb sie stehen und murmelte: ?Nimu?, Dame vom See, meine Wahlschwester in der Anderswelt! Du hütest die Schätze am Grunde der Gewässer. Einen davon, das Schwert Excalibur, musstest du ihnen, die List und Betrug gebrauchten, herausgeben. Nun komm und fordere vom König Arthur die Gegengabe - schon viel zu lange fügt Merlin unserem Volk Schaden zu!? Da öffnete sich die Wasseroberfläche, und die Dame vom See erschien aus der Tiefe in ihrem Nachen. Das Boot fuhr ans Ufer, und Nimu? stieg aus. Sie umarmten sich und sahen sich schwesterlich aus dunklen Augen an, unter reichem, schwarzem Lockenfall. Dann geleitete Morgane Nimu? übers Meer nach Camelot, und als die beiden Feen dort ankamen, die Grün- gewandete auf schneeweißem Schimmel, die Rotgewandete auf kohlschwarzem Rappen, da blieb manchem Herrn und mancher Dame der Mund vor Staunen offen stehen. Es wurde ihnen schwer zu entscheiden, wer die Schönere war. Ist der Rubin schöner als der Smaragd, der Smaragd schöner als der Rubin? Als Merlin Nimu? erblickte, verwirrten sich ihm die Sinne. Traurig trat er zu Arthur und sprach: ?Mein König! Nun muss ich von dir Abschied nehmen, denn dort kommt die Dame vom See, der du Excalibur verdankst und der du mein Herz als Gegengabe versprochen hast. Sie hat mein Herz schon längst erhalten, denn sie warf einen Zauber über mich, dass ich mich in sie verliebte. Jetzt holt sie mich, und du wirst mich nimmer wiedersehen!? König Arthur erschrak: ?Lieber als alle Ländereien bist du mir, Merlin, getreuer Ratgeber dreier Keltenkönige! Was verdanke ich dir nicht alles! Wenn du in deiner Weisheit dein eigenes Schicksal jetzt voraussiehst, warum wendest du es nicht ab?? ?Das ist niemals möglich!?, sagte Merlin kurz und nahm Abschied. Er folgte Nimu?, wohin sie auch ritt. Sie führte ihn hinaus in die lieblichen Gegenden Südenglands. Einmal versuchte er, einen Gegenzauber auf sie zu legen, um sich zu befreien. Aber im Zustand der Verliebtheit gelang ihm nichts mehr. Nimu? blieb davon unberührt, ihre Magie war stärker. Sie führte ihn übers Meer in die Bretagne, in den tiefen Wald von Broc?liande zum schimmernden See, ließ ihn in ihren Nachen steigen und fuhr mit ihm über den Spiegel dahin. ?Bevor ich dich für immer banne, will ich dir noch etwas zeigen!?, sprach sie und tauchte die Hand ins Wasser. Da wurde der See klar und durchsichtig bis zum Grund. Merlin erblickte in seiner Tiefe ein wunderbares Schloss aus zarten Bögen, mit runden Räumen und spiraligen Treppen, genauso durchscheinend wie das Wasser. Seejungfrauen schwebten darin hin und her, brachten Speisen auf Muschelschalen und Getränke in Schnecken- hörnern und spielten auf feinen Harfen. Das Schloss bog sich rings um einen weiten Innenhof, dort tummelte sich der silberne Ritter mit einem überaus schönen Jüngling auf Feenpferden. Zwei ältere Jünglinge nahmen auch an dem Reiterspiel teil. ?Dort in der Tiefe des Gewässers siehst du König Pellias, meinen Gatten?, sprach Nimu?, ?und der Jüngling ist Lanzelot vom See, mein Pflegesohn. Die anderen sind seine Vettern Lionel, der Kühne, und Bohort, der Gute. Auch sie rettete ich in mein Reich - so ging die Gralssippe der Bretagne nicht zugrunde. Sie sind jünger geblieben als ihre Altersgenossen in der Oberwelt, denn in meinem Reich vergeht die Zeit nur langsam.? ?Ich weiß es?, murmelte Merlin, ?denn meine prophetische Gabe sagte mir, dass der Sohn der Gralskönigin Elaine nicht tot ist, sondern bei dir weilt. Er wird der größte Held Britanniens werden, noch größer als König Lot, dem er durchaus gleicht. Und er wird das Reich des Königs Arthur zerstören -? Merlin seufzte, nichts konnte er in seinem Zustand tun, um das, was er wusste, zu verhindern. Denn er hatte sein machtgieriges Herz nicht mehr bei sich, die Liebe hatte es ihm genommen. Der See wurde wieder undurchsichtig, der Nachen stieß ans andere Ufer. Dort erhob sich ein großer Felsblock mit einer Spalte, die sich nach unten wie ein Tor öffnete, und ringsum lag im Farn ein überwachsener Steinkreis. ?Um deiner Liebe zu mir willen?, sprach Nimu?, ?tritt unter diesen Stein!? Merlin folgte dem Gebot und trat in das Tor, das der Stein öffnete. Sogleich stand er dort wie angenagelt und konnte sich nicht mehr rühren und regen. Lebendig war er erstarrt, alle seine Künste halfen ihm nichts mehr, Nimu? hatte ihn gebannt. Der offene, bemooste Steinkreis bildete eine festere Mauer um ihn als die Wände eines Gefängnisses. ?Hier wirst du bleiben, Merlin!?, sagte sie, ?niemals wirst du unter diesem Stein hervorkommen, um dem Feenvolk weiterhin zu schaden. Als du noch ein Kind warst, sandte dich deine Mutter als Schüler zu mir, und ich lehrte dich alle Magie. Nur den Liebeszauber behielt ich für mich. Du gerietest in die Hände der Kelten und hast dein Volk zum eigenen Nutzen verraten. Die Magie hast du verkehrt und gegen uns gerichtet, unendliches Leid fügtest du uns zu. Nun hat dich meine stärkere Kraft überwunden. Und weil List und Lüge dich auf deinen Wegen begleitet haben, bist du dazu verurteilt, von nun an immer die Wahrheit zu sagen!? Sie ging davon, jung und schön, denn sie war eine Fee, für die es die Zeit kaum gab. Für Merlin aber verstrich viel Zeit, und Farn und Efeu wuchsen an seinem Stein empor. Zuletzt überwucherte ein Weißdornbusch ihn gänzlich, und der Zauberer wurde darunter unsichtbar. In manchen Nächten konnte man seine Stimme aus dem steinernen Gefängnis klagen hören, aber niemand konnte ihn daraus befreien.
Inanna - Gilgamesch - Isis - Rhea

Inanna - Gilgamesch - Isis - Rhea

Heide Göttner-Abendroth

Ulrike Helmer Verlag UG
2004
nidottu
Gilgamesch, Isis, Parzival, König Arthur, die Welt der Feen oder Frau Holle ... Die vertrauten alten Mythen vom Anfang und Ende der Welt, von göttlicher Macht, geheimnisvollen Schätzen und den archaischen Labyrinthen der Liebe sind hochaktuell. Hier begegnen sie uns neu und lesen sich bemerkenswert anders. In brillanten literarischen Nacherzählungen schenkt uns Heide Göttner-Abendroth das Staunen über einige der bedeutendsten Mythen unseres Kulturraumes zurück. In ?Inanna > Gilgamesch > Isis > Rhea? erzählt sie die großen alten Göttinnenmythen des Vorderen Orients und östlichen Mittelmeerraumes neu, zentrale Mythen einer Kulturregion, in der die Wiege der matriarchalen Kultur für den gesamten westlichen Teil der Alten Welt stand. Wir erfahren von den göttlichen Lebenszyklen der Inanna von Sumer und vom Heroskönig Gilgamesch, der die Göttin verhöhnt und selbst-herrlich glaubt, er könne alles allein vollbringen. Isis von Ägypten kämpft - unterstützt von ihrem Sohn Horus - um die Macht, die der Sonnengott Re ihr streitig macht. Und für die griechische Rhea ist die Lage ernst, aber nicht ohne Hoffnung auf einen Sieg für die Welt der Göttin ... Auch wenn sie zauberhaft Geschichten erzählen kann: Die bekannte Mythenforscherin legt kein ?Märchenbuch? vor. Denn die Mythen sind Überlieferungen historischer Ereignisse und Deutungen einer rund acht Jahrtausende umfassenden Epoche, die bis 2.000 v.u.Z. reicht und in der sich große Umwälzungen vollzogen. Mit ihren literarischen Erzählungen bietet Heide Göttner-Abendroth einen neuen Zugang und einen Schlüssel zum Verständnis der bis heute teils zu ?Märchen?, teils zu Legenden verklärten oder als Ausdruck eines kollektiven Unbewussten missinterpretierten Geschichten. So weicht die Unverständlichkeit der einzelnen Mythen: Sie berichten von matriarchalen Kulturen und dem Einbruch patriarchaler Muster. Sichtbar wird in dieser Leseweise der Wandel eines faszinierenden Göttinkults. Leseprobe Inanna und der Gott der Weisheit Inanna setzte die Schugurra, die Krone der Steppe, auf ihren Kopf. Sie lehnte sich an den Apfelbaum in ihrem heiligen Garten. Als sie sich so, nackt, nur mit der Krone auf dem Kopf, an ihren Apfelbaum lehnte, war ihre Vulva wunderbar anzuschauen. Inanna spendete sich selber Beifall: ?Ich bin die Göttin des Himmels und der Erde. Ich bin die Königin aller Gestirne. Alle Weisheit des Lebens fließt aus meinem Schoß, meiner wunderbaren Vulva. Dennoch werde ich nach Eridu gehen, bei den tiefen, süßen Wassern, zum Tempel des Gottes der Weisheit und sehen, was es mit seiner Weisheit auf sich hat!? Inanna machte sich auf die Reise. Als sie sich Eridu bei den tiefen, süßen Wassern näherte, sprach der alte Enki, der Gott der Weisheit, der die Gesetzestafeln aller Tempel von Sumer hü- tete und dessen Ohren weit offen waren, zu seinem Priester: ?Komm herbei, mein Diener! Ich höre Inanna sich meinem Tempel nähern. Wenn sie eintritt, erfrische ihr Herz mit kühlem Wasser, gib ihr Butterkuchen zu essen und gieße ein Trankopfer von Bier vor der Löwinstatue aus. Begrüße Inanna am heiligen Altar und behandle sie achtungsvoll!? Der Priester befolgte Enkis Worte. Dann tranken Enki und Inanna zusammen Bier. Sie tranken viel Bier, und sie tranken immer mehr Bier. Mit ihren bronzenen Gefäßen, bis über den Rand gefüllt, den Gefäßen von Urasch, der Mutter Erde, prosteten sie einander herausfordernd zu. Enki, schwankend vor Trunkenheit, trank Inanna zu und sprach: ?Im Namen meiner Macht! Im Namen meines Tempels! Der schönen Göttin Inanna werde ich alles geben: die Göttinschaft von Sumer, das Hohe Priesterinnentum von Sumer, die Krone und den Thron über das ganze Land.? Inanna antwortete gelassen: ?Das nehme ich!? Enki hob sein Gefäß ein zweites Mal und prostete Inanna zu: ?Im Namen meiner Macht! Im Namen meines Tempels! Der schönen Göttin Inanna werde ich die Erkenntnis der Wahrheit geben: durch die Kunst der Liebe und die Feier der Heiligen Hochzeit, durch ihren Abstieg in die Unterwelt und ihre Wiederkehr aus der Unterwelt.? Inanna lächelte und antwortete: ?Das nehme ich!? Enki hob sein Gefäß und prostete Inanna ein drittes Mal zu: ?Im Namen meiner Macht! Im Namen meines Tempels! Der schönen Göttin Inanna werde ich die Göttinschaft über Himmel und Erde geben. Sie soll die Gestirne regieren und die Herzen aller Menschen in Freude und Trauer bewegen. - Alle heiligen Tempel von Sumer sollen ihr gehören.? Inanna lächelte noch mehr: ?Das nehme ich!? Vierzehn Mal hob Enki sein Gefäß und prostete Inanna zu. Vierzehn Mal nahm sie an, was er ihr bot. So wurde sie Herrin über ganz Sumer. Taumelnd vor Trunkenheit sprach Enki zuletzt zu seinem Priester: ?Mein Diener - die schöne Göttin Inanna - ich glaube, sie will wieder nach ihrer Stadt Uruk aufbrechen. Ich wünsche ihr, dass sie ihre Stadt sicher erreicht.? Inanna nahm alle Gesetze des Himmels und der Erde mit, die sie vorher schon besessen hatte. Und sie nahm die Gesetzestafeln aller Tempel von Sumer mit, die Macht über das ganze Land, die sie soeben bekommen hatte. Sie lud diese Gesetzestafeln in das Himmelsboot, den schwimmenden Mond. Sie stieß mit dem Boot, voll beladen mit ihrer Macht, vom Kai von Eridu ab. Als das Bier denjenigen verließ, der zuviel davon getrunken hatte, als das Bier von dem alten Enki wich, als das Bier endlich den großen Gott der Weisheit verlassen hatte, schaute er sich in seinem Tempel in Eridu um. Er rief seinen Priester: ?Mein Diener, wo sind die heiligen Tafeln, auf denen die Gesetze aller Tempel von Sumer aufgezeichnet sind, auf denen die göttliche Weltordnung steht?? ?Mein Herr hat sie soeben der schönen Göttin Inanna übergeben.? Da rief Enki entsetzt aus: ?Und wo ist der schwimmende Mond, das Himmelsboot, das am Kai von Eridu ankerte?? ?Die schöne Göttin Inanna ist mit ihm davongefahren.? Enki schrie: ?Geh! Nimm die Dämonen mit dir und lass sie das Himmelsboot samt allen Gesetzestafeln zurückbringen!? Der Priester beeilte sich, er erreichte Inanna im schwimmenden Boot und sprach: ?O Göttin, meine Herrin, Enki schickt mich nach Euch aus. Dem Wort des alten Gottes der Weisheit muss gehorcht werden. Er verlangt, dass Ihr das Himmelsboot mit allen Gesetzestafeln zurückgebt.? Da wurde Inanna zornig und rief: ?Enki hat sein Wort gebrochen, sein Versprechen verletzt! In täuschender Absicht sprach er, als er sagte: im Namen meiner Macht - im Namen meines Tempels! In täuschender Absicht hat er dich zu mir gesandt!? Kaum hatte Inanna diese Worte gesprochen, ergriffen die schrecklich behaarten Dämonen das Himmelsboot. Doch Inanna rief ihre Gefährtin Ninschubur herbei und sprach: ?Komm, Ninschubur, Amazone des Ostens und Hohe Priesterin meines Tempels in Uruk! Komm, meine Gefährtin, die mir weisen Rat gibt, meine Kriegerin, die an meiner Seite kämpft! Wasser berührte weder deine Hände noch deine Füße. Komm und rette das Himmelsboot mit den heiligen Tafeln!? Da durchschnitt Ninschubur die Luft mit ihrer Hand. Sie stieß den Schrei aus, der die Erde erschüttert, und warf die haarigen Dämonen wie einen Wirbelsturm auf Eridu zurück. Das Himmelsboot setzte unbehelligt seine Fahrt fort und gelangte zum Großen Tor von Uruk. Das Volk feierte voll Freude. Priesterinnen begrüßten das Boot mit Gesang, der König opferte Ochsen und Bier, Trommeln und Tamburine klangen. Die Kinder lachten und sangen, die Frauen boten Liebe an, die Männer präsentierten ihre Äxte, die Alten gaben Rat, alle Welt rief Inannas Namen. Das Himmelsboot ging am Tempel von Uruk, dem Haus der Inanna, vor Anker. Die heiligen Gesetzestafeln wurden ausgeladen, dem Volk gezeigt und mit lauter Stimme vorgelesen. Nun wussten alle von Inannas Macht über ganz Sumer. Sie sprach feierlich: ?Der Platz, wo das Himmelsboot anlegte, soll von nun an Weißer Kai heißen. Und den Platz, wo die heiligen Tafeln dem Volk vorgelesen wurden, nenne ich ab jetzt den Lapislazuli-Kai.? Da ließ Enki seine Stimme aus der Ferne vernehmen: ?Im Namen meiner Macht! Im Namen meines Tempels! So sollen die Gesetzestafeln der Macht über Sumer nun in deiner Stadt bleiben. Mögen die Menschen in deiner Stadt gedeihen und alle Kinder Uruks sich freuen. Der Streit sei beendet, und das Volk von Uruk sei verbündet mit dem Volk von Eridu!? So sprach Enki, der Gott der Weisheit, und Inanna blieb von nun an Herrin über ganz Sumer.