Essay aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Philosophie - Philosophie der Antike, Note: gut ], Gottfried Wilhelm Leibniz Universit t Hannover (Philosophisches Seminar), Veranstaltung: Platon: Die "Politeia" / Der Staat, Sprache: Deutsch, Abstract: Worin besteht der Standpunkt des Immoralisten, wie ihn Glaukon vorstellt? Rep., Buch II: 357a-367e] Der im zweiten Buch der "Politeia" einsetzende Dialog zwischen Sokrates und Platons beiden Br dern Glaukon und Adeimantos bildet das Vorgespr ch f r die Bestimmung der gerechten Staatsprinzipien. Glaukon fordert hier von Sokrates eine berzeugende Darlegung f r die berlegenheit der Gerechtigkeit ber die Ungerechtigkeit. Er will erfahren, was das "Wesen der reinen Gerechtigkeit" unabh ngig von den sich daraus ergebenden Konsequenzen ausmacht. Dazu schildert Glaukon "ausf hrlichst das ungerechte Leben" 358d], indem er als Gegenposition zu Sokrates die eines Immoralisten einnimmt. Sokrates soll ihm diese " bliche Ansicht" von Gerechtigkeit schlie lich argumentativ widerlegen. Zun chst erl utert Glaukon wie Gesetze und Vertr ge entstanden sind und erkl rt, "was das Gesetz befahl, nannte man gesetzlich und gerecht" 359a]. Gerechtigkeit liegt demnach "in der Mitte zwischen dem h chsten Gut - Unrecht zu tun, ohne Strafe zu leiden - und dem gr ten bel - Unrecht zu leiden, ohne sich r chen zu k nnen" 359a]. Die Menschen seien daher nur aus Angst vor Bestrafung und somit gegen ihren Willen gerecht. Sie unterliegen also der "Ohnmacht" 359b], Unrecht nicht tun zu k nnen. Glaukon verdeutlicht dies am Beispiel der "Sage nach Gyges" 359c]. Diese erz hlt von einem Ring, mit dessen Hilfe eine Person unsichtbar werden kann und dadurch unbemerkt und nach Belieben "unter den Menschen wandeln k nnte wie ein Gott" 360c]. Glaukon meint, dass sich bei einer solchen Chance und Versuchung sowohl die Gerechten als auch die Ungerechten gleicherma en unmoralisch verhielten, da sie in dem Bewusstsein agieren w rden unbestraft und unerkannt einen